Das Jugendhaus La Vida ist für Fatlind Mulaj wie ein zweites Zuhause. Seit zwei Monaten arbeitet er dort als ehrenamtlicher Jugendleiter. Foto: sh
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Das Jugendhaus La Vida ist für Fatlind Mulaj wie ein zweites Zuhause. Seit zwei Monaten arbeitet er dort als ehrenamtlicher Jugendleiter. Foto: sh

Mit einem Fest am Image feilen

Wolfratshausen - Das Jugendhaus La Vida ist für Fatlind Mulaj wie ein zweites Zuhause. Seit zwei Monaten arbeitet er dort als ehrenamtlicher Jugendleiter.

Freunde treffen, chillen, Fußballspielen - die Liste der Möglichkeiten, als Jugendlicher seine Freizeit zu gestalten, ist lang. Aber zusätzlich auch noch Verantwortung übernehmen? „Klar“, sagt Fatlind Mulaj, „Warum nicht? Fußballspielen mit Freunden kann ich doch auch hier.“ Hier, das ist das Jugendhaus La Vida in Wolfratshausen, wo der 16-jährige Kosovoalbaner ehrenamtlich als Jugendleiter arbeitet.

Mulaj kam erst vor sieben Jahren nach Deutschland. Ein Freund nahm den Jugendlichen mit ins La Vida - und seitdem ist der Wolfratshauser hier ein häufiger und gern gesehener Gast. „Das ist wie mein zweites Zuhause“, meint Mulaj. Daher war es für ihn auch kein Thema, vor zwei Monaten neben seiner Lehre zum Elektriker eine Ausbildung zum Jugendleiter zu machen.

In dem Kurs lernte Mulaj zusammen mit fünf anderen Jugendlichen, Spiele und andere Freizeitaktivitäten zu organisieren, Streitigkeiten zu schlichten oder in Konfliktsituationen, wie zum Beispiel bei Diebstahl, richtig zu reagieren. Im La Vida wird das Gelernte umgesetzt. „Unter der Führung eines erfahrenen Pädagogen dürfen wir eigenverantwortlich das Jugendhaus eine Stunde öffnen“, sagt Mulaj nicht ohne Stolz. „Wenn wir uns bewähren, dürfen wir die Zeiten steigern.“ Eigentlich steht es außer Frage, dass sich die neuen Jugendleiter bewähren - Mulaj steckt bereits voller Ideen und Konzepte. „Ich würde gerne mal ein Fest organisieren“, verrät der 16-Jährige. „Einfach, um den Jugendlichen unsere Angebote zu zeigen und damit die Eltern uns kennen lernen können.“ Der Wolfratshauser bedauert, dass immer noch viele Jugendzentren mit einem Negativimage behaftet seien. „Saufen, Drogen und so weiter“, zählt der Jugendleiter auf. „So ein Quatsch - wenn das hier stattfinden würde, hätten wir versagt.“

(sh)

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