Drei Kaliber der deutschen Jazzmusik: Matthias Bublath, Christian Lettner und Max Grosch sorgten für einen weiteren Höhepunkt im Isarsommer.
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Drei Kaliber der deutschen Jazzmusik: Matthias Bublath, Christian Lettner und Max Grosch sorgten für einen weiteren Höhepunkt im Isarsommer. Foto: Hans Lippert

Konzertreihe der Stadt Geretsried

Einfach nur herrlich: Jazztrio um Max Grosch verlängert den Isarsommer

Der Isarsommer in Geretsried geht in die Verlängerung. Mit dem Jazztrio „Organized 3“ erlebte die Konzertreihe einen weiteren Höhepunkt.

Geretsried – Er hat nur ein einziges Wort als Kommentar übrig: „Himmlisch.“ Volker Witte, Stadtrat der Grünen und einst Betreiber der legendären Kleinkunstkneipe „Korkenzieher“, ist bekennender Jazzliebhaber und ein Kenner dieser Musik. Witte erinnert sich noch gut, als der junge Musiker Max Grosch, der heute in Waldram lebt, bei ihm aufgetreten ist. Für Witte war damals schon klar: „Aus dem wird ein ganz Großer.“

Den Beweis dafür gab es im Rahmen der Isarsommer-Konzertreihe. Max Grosch, heute weltbekannt als einer der führenden Jazz-Geiger Deutschlands, war gemeinsam mit Matthias Bublath an der Orgel in die Ratsstuben gekommen. Ebenso wie Grosch hat Bublath, der in München lebt, zahlreiche hochkarätige Preise eingeheimst und spielt auf den großen Jazzfestivals und -bühnen von Johannisburg, Japan bis New York. Der dritte im Bunde von „Organized 3“ war Christian Lettner, ein begnadeter Schlagzeuger, der facettenreich und rhythmisch feinsinnig mit seinen Sticks hantiert. Auch Lettner zählt zu den Besten seines Fachs und hat an der Seite von Klaus Doldinger gespielt.

Drei Kaliber der Jazzmusik und ein Überraschungsgast

Nun waren diese drei Kaliber der Jazzmusik zu Gast in Geretsried. Und in seiner Begrüßung kündigte Grosch noch eine Überraschung an: den Jazz-Gitarristen und Filmmusikkomponisten Titus Vollmer aus Geretsried, der unter anderem in vielen Folgen der TV-Serie „Ein Fall für zwei“ für die musikalische Spannung gesorgt hatte. Somit war klar: Das konnte nur ein abendfüllendes Konzert von gut zwei Stunden mit höchstem Anspruch und variantenreichsten Improvisationen aus Funk und Swing werden.

Es waren vorwiegend Eigenkompositionen von Bublath und Grosch. Während Groschs Musik auf einer gefühlvollen Sanftheit basiert, die jedem Musiker den Raum lässt, seine improvisatorischen Freiheiten im Solo einzustreuen, sind Bublaths Stücke geprägt von treibenden Funkelementen. Grosch schrieb eine Ballade zur Geburt seiner Tochter Leni, in der er das unbeschreibliche Gefühl, das bei einem neugeborenen Leben aufkommt, in einer Melodie ausdrückt. Bublaths Komposition, etwa ein Stück, das er der Gemeinde Berg am Starnberger See gewidmet hatte, beschreiben eher das Temperament und Lebensgefühl an der Copacabana.

Besonders beeindruckend ist, wie diese Jazz-Musiker mit Gefühl, Technik und ohne Worte miteinander harmonieren. Das war besonders gut zu beobachten, als Gastmusiker Titus Vollmer die Bühne enterte und seine Gitarre nahm. Gefühlt, gespürt und mitgespielt. Das Publikum – und vor allem Volker Witte – waren begeistert.

Andrea Weber

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