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Noch ruht der Betrieb: Doch der Streit um den Einsatz von Braunkohlestaub in der Trocknungsanlage im Eglinger Ortsteil Feldkirchen ist noch nicht beendet.

Neuer Vorstoß der Bürgerinitiative

Einsatz von Kohlestaub soll endgültig untersagt werden

Egling - Neuer Wirbel um die Trocknungsanlage Feldkirchen: Die Bürgerinitiative unternimmt jetzt einen weiteren Vorstoß gegen den Energieträgerwechsel.

Bedingt durch den Winter ruht der Betrieb der Trocknungsanlage in Feldkirchen noch bis Mai. Die Kontrahenten im Streit um die Nutzung von Braunkohlestaub als Brennstoff arbeiten derweil weiter: Die Bürgerinitiative (BI) Feldkirchen bereitet eine neue Petition vor. Sie soll dafür sorgen, dass der Trocknungsgenossenschaft Wolfratshausen-Ost die Nutzung von Braunkohlestaub endgültig untersagt wird. Das erklärte Altlandrat Manfred Nagler gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Nagler arbeitet seit längerer Zeit eng mit der BI zusammen.

Der Wechsel von Gas auf Kohlestaub hatte eine kontroverse Debatte ausgelöst (wir berichteten). Im Sommer 2013 ließ die Rechtslage die Genehmigung der Pläne zugunsten der Trocknungsgenossenschaft zu. Weil die Grenzwerte der Staub-Emmissionen bei Messungen des Landratsamts allerdings deutlich überschritten wurden, stoppte die Kreisbehörde die Braunkohlenutzung im September vergangenen Jahres. Seitdem darf nur noch Flüssiggas zum Betrieb der Trocknungsanlage genutzt werden. Die Konzentration von Staub lag im Mittel bei 134 Milligramm pro Kubikmeter, der Grenzwert ist bereits bei 75 Milligramm erreicht.

Laut Nagler wird die Petition sowohl an den Bayerischen Landtag als auch den Deutschen Bundestag adressiert. Den Landtagsabgeordneten wolle die BI nochmals die Situation in Feldkirchen aufzeigen. Nagler: „Es geht um alle Menschen, je nach dem, wo der Wind gerade hinweht.“ Die erste Eingabe der BI gegen den Braunkohlestaub war im Maximilianeum mit der Mehrheit von CSU und FDP abgelehnt worden. „Und das, obwohl zuvor alle Abgeordneten die Zustände kritisiert hatten“, so Nagler. Das sei in den Sitzungsprotokollen nachzulesen. Davon ermutigt unternehme die Bürgerinitiative einen neuen Anlauf.

Im zweiten Teil der Petition wendet sich die BI direkt an die Mitglieder des Deutschen Bundestages, kündigt der Altlandrat, der in Thanning lebt, an. Ziel sei es, den gesetzlichen Emmissionsgrenzwert für Trocknungsanlagen von 75 Milligramm auf das Industrieniveau abzusenken. Das hatte die BI in der Vergangenheit immer wieder öffentlich gefordert. Für die Industrie beträgt die gesetzlich festgeschriebene Grenze etwa 15 Milligramm Staubemmissionen pro Kubikmeter. Das ist ein Fünftel dessen, was die Trocknungsgesellschaft nach aktueller Rechtslage derzeit maximal in die Luft blasen dürfte. (dor)

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