Eklat in der Bürgerfrageviertelstunde

Dietramszell - Leserbriefe, Attacken in Bürgerfrageviertelstunden: Josef Maier und Dietram Schneider bilden schon seit geraumer Weile so etwas sie eine außerparlamentarische Opposition.

Am Dienstag haben ihre Umtrieben einen neuen Höhepunkt erreicht. Beide meldeten sich zu Wort, und in diesem Moment lag schon erhebliche Spannung in der Luft. Josef Maier kam auf seinen Rausschmiss aus der Bauausschuss-Sitzung zurück. Er warf Leni Gröbmaier vor, ihn zu Unrecht des Hausfriedensbruchs bezichtigt zu haben. Ihre Berufung auf das Landratsamt, dass er sich dieses Delikts schuldig gemacht habe, sei falsch gewesen. Das habe ihm das Landratsamt bestätigt. „Wie wollen sie damit umgehen, dass Sie mich und das Landratsamt brüskiert haben?“ Da wurde es Jakob Bscheider zu bunt. Er plädierte dafür, die Bürgerfrageviertelstunde, wie es schon einmal üblich gewesen sei, ans Ende der Sitzungen zu verlegen - dafür fand sich keine Mehrheit. Leni Gröbmaier reagierte auf Maiers Attacke kühl. „Ich habe nur mitgeteilt, was mir schriftlich vorgelegen hat“, erklärte sie. Und: „Seien Sie zufrieden, es ergeht Gnade vor Recht“ - wohl in Anspielung darauf, dass sie von einer Anzeige abgesehen hat. Worauf Meier mit einem lautstarken „Oho“ aufstand und zur Tür ging.

Da ergriff Dietram Schneider das Wort. Er lobte die Gemeinderäte für ihr Engagement in der letzten Dringlichkeitssitzung zur Ascholdinger Wasserversorgung. Es war ein vergiftetes Lob. Seine Schlussfolgerung war nämlich, Leni Gröbmaier solle die Kosten für die Sitzung aus ihrer eigenen Tasche bezahlen, weil die Sitzung erst durch ihre „desolate Informationspolitik“ notwendig geworden sei. Die erste, die die Sprache wiederfand, war Erika Klein: „Ich hab die Faxen so dicke“, sagte sie. „Ich möchte Euch bitten, Eure Fehden anderswo auszutragen, Ihr macht’s und allen Magenschmerzen.“ Ausdrücklich bezog sich auch Maier ein, der immer noch im Türrahmen stand: „Bleib nur da, das gilt auch für Dich“, sagte sie. Hans Schneider erklärte: „Ich wäre dafür, Demokratie walten zu lassen. Es sollten auch mal andere Bürger zu Wort kommen.“ Außerdem seien die 15 Minuten jetzt vorbei, worauf Schneider konterte: „Es sind bis jetzt 14.“ Und legte nach: „Was spricht dagegen, wenn sie es versemmelt hat?“ Leni Gröbmaier, mit einem Gesichtsausdruck zwischen belustigt und verärgert, fragte Schneider: „Was ist Ihre Motivation?“ Und als er die Antwort schuldig blieb, sagt sie: „Jetzt ist die Frageviertelstunde zu Ende.“ (vu)

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