Unverfälscht südamerikanisch: Die „Stimulators“ spielen Funk, Ska und Latin vom Feinsten. Foto: hl

Ekstatisch und soulig

Gelting - Die "Stimulators" sorgen für ein volles Haus im Geltinger Hinterhalt.

Eines war vorher schon klar: Wenn die „Stimulators“ in den Hinterhalt kommen, wird es dort kochen und brodeln. Deshalb war es am Freitagabend zunächst auch ein wenig irritierend, dass die Tanzfläche vor der Bühne mit Tischen und Stühlen besetzt war. Klar war auch: Lange werden sie dort nicht stehen bleiben.

Spätestens nach dem vierten neuen Song vom aktuellen Live-Album „Rhythm Fever“ haben die Besucher das Mobiliar emsig geschoben und beiseite gerückt. Und die Prophezeiung, die Bandleader Peter Schneider zu Beginn des Konzerts gewagt hatte, traf ein: „Wir steigern uns schnell zur Tanzekstase.“

Volles Haus und Stimmung pur ist bei den „Stimulators“ garantiert. Aber warum ist das so? Sie sind acht Könner, die ihre Instrumente bis zur Perfektion beherrschen. Sie sind Typen, die nicht nur technisch versiert spielen, sondern die Musik leben und obendrauf ihr Gefühl ins Publikum übertragen. Die „Stimulators“ haben stilistisch ein wenig an der Einstellschraube gedreht, progressive Elemente in den Sound integriert ohne ihren starken Funk mit dem unverkennbar südamerikanischen Rhythmus zu verfälschen. Und sie haben einen Special Guest integriert: den Münchner Soulsänger Adriano Prestel von der Band „Delicious Groove Gourmets“.

Vor zwei Jahren lernten sich die Musiker in der Münchner Kongress-Bar kennen, seitdem bringt der 31-Jährige seine soulige Stimme temporär mit ein. Prestel versteht es, das Publikum anzuheizen. Immer wieder forderte er im Hinterhalt dazu auf, seinem improvisatorischen „Babarubaba“ und „Heijeijeijeijeah“ ein lautes Echo zu geben, und das aufgeheizte Publikum antwortete begeistert auf dieses Kommando.

Erster Leadsänger bleibt freilich Gitarrist Oliver Stephan mit seiner rauen, dunklen Bluesstimme, und die Besetzung - neben Trompeter Florian Sagner aus Geretsried und Gitarrist Peter Schneider aus München sind Mario Tubino (Saxophon), Oscar Pöhnl (Schlagzeug), Uli Lehmann (Bass) und Hans Mühlegg (Percussion) am Start - ist sowieso nicht zu toppen.

Die Band präsentierte neben „Stims“-Klassikern wie „Caipirinha“ auch einige neue Songs. Live ist die Münchner Funkband einfach grandios, weil die Soloimprovisationen jedes einzelnen Mitglieds für Hochspannung sorgen. Je länger sie dauern, desto treibender wird der Sound, desto ekstatischer das Gefühl für die Musik. Jeder, beherrscht die Ausdruckskraft und Dynamik seines Instruments von leise bis laut, von schräg bis melodiös. Diese Facetten sind es, die den Funk, Ska und Latin der „Stimulators“ so besonders machen. Setzt schließlich Edelgitarrist Peter Schneider an, wird man zwischendurch das Gefühl nicht los, dass da ist ein weltberühmter Gast aus Übersee im Raum ist. Carlos ist sein Vorname.

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