Eltern gegen Werktags-Firmung

- Waldramer Feier soll am Donnerstag sein

VON ELKE SUMMER Wolfratshausen - Das Kind hat Firmung, und keiner geht hin? An einem normalen Werktag, und nicht wie üblich sonn- oder feiertags, findet in Waldram die diesjährige Firmung in der Pfarrei St. Josef der Arbeiter statt. Rund 60 Mädchen und Buben spendet Weihbischof Dr. Franz Dietl am Donnerstag, 8. Juli, um 9.30 Uhr das Firmsakrament. Nach Wissen der Eltern begründet die Kirche den ungewöhnlichen Zeitpunkt mit dem dicht gedrängten Kalender des Bischofs. Dennoch haben Mütter und Väter den Bischof gebeten, "die unglückliche Terminplanung zu überdenken".

In einem Brief an Regionalbischof Dietl haben die Firmeltern die Argumente aufgelistet, die gegen diesen Termin sprechen. "Die Firmlinge fehlen einen Tag in der Schule", die Geschwisterkinder seien wegen des Schulbesuches von der Teilnahme ausgeschlossen, schreibt Gerlinde Berchtold in Vertretung der Eltern. Die Eltern, Firmpaten und Angehörigen müssten an diesem Tag Urlaub nehmen. Wenn Mutter und Vater berufstätig sind, fallen zwei Urlaubstage an, "die ihnen bei der Betreuung der Kinder in den Ferien fehlen".

Weil die Firmung in der Waldramer Pfarrei ohnehin nur in zweijährigem Turnus stattfindet, können die Beteiligten "den Termin nicht nachvollziehen". Im Namen der Familien, "die den Firmlingen eine positive Einstellung zur Kirche und zu Glaubensfragen vermitteln sollen", bittet Gerlinde Berchtold, die Firmung auf einen Sonn- oder Feiertag zu verlegen - "damit alle, denen der Firmling am Herzen liegt", an der kirchlichen Zeremonie teilnehmen können. Sollte die Kirche auf dem Termin bestehen, behalten sich einige Eltern vor, "die Firmung beim Pfarramt St. Andreas in Wolfratshausen zu beantragen".

Das Schreiben der Eltern wurde Mitte Januar versandt, bis dato liegt keine Antwort vor, obwohl die Anmeldefrist zur Firmung am Sonntag, 1. Februar, abläuft. Waldrams Pfarrer Elmar Heß war zu keiner Aussage bereit. Der Regionalbischof und sein Stab, die gestern zu einer Visitation in Wolfratshausen weilten, waren aufgrund des straffen Terminkalenders nicht zu sprechen. Das Büro des Bischofs kündigte an, am Montag sei der zuständige Ansprechpartner wieder erreichbar.

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