Neben vielen Auswärtigen fanden auch Einheimische Arbeit auf der Baustelle für den Loisach-Isar-Kanal. Der offizielle Spatenstich erfolgte am 17. Januar 1921, der tatsächliche Baubeginn fand erst im Herbst des gleichen Jahres statt. Foto: AK historisches Geretsried

Wo endete die alte Feldbahn ?

Gelting - Die Historie des Ortsteils Gelting ist so interessant, dass der Arbeitskreis (AK) Historisches Geretsried seinen geplanten Weg der Geschichte ausbaut.

Die Anzahl der Bild- und Texttafeln erhöht sich auf 19, darauf behandelt werden 23 Themen. Die Hobbyhistoriker freuen sich über weitere Hinweise und vor allem Fotos aus der Bevölkerung.

Wie Franz Rudolf vom Arbeitskreis berichtet, brachten er und seine Mitstreiter im Gespräch mit Geltinger Wissensträgern einige Neuigkeiten in Erfahrung. So diente das ehemalige Gemeindehaus an der Buchberger Straße einst als Unterkunft für „minderbemittelte“ Geltinger Familien. Anfang der 1960er Jahre riss man es ab und ersetzte es durch ein Mehrfamilienhaus. Ebenfalls interessant war für den Arbeitskreis die Information, dass die Isartal-Bahn über Geltinger Gemeindegrund nach Süden führte. Deren Abbau bedeutete letztendlich „den Verlust einer direkten Bahnanbindung an die Landeshauptstadt“, so Rudolf. Außerdem erhielt die Projektgruppe den Hinweis, dass die Stahlbrücke über die Loisach, auch bekannt als „Schepperbrücke“, damals als gebrauchte Brücke gekauft wurde. An dem Bauwerk fand man ein Schild einer Stahlbaufirma in Bad Aibling und nicht den Namen des in den Bauunterlagen genannten Betriebs.

Für den Bau der vielen Bunker in Geretsried wurde Kies benötigt. Dieser stammte aus Geltinger Gruben und wurde wohl mit einer Feldbahn nach Gartenberg transportiert. Die Trasse der Bahn soll die heutige Bundesstraße 11 gekreuzt haben. „Wo die Feldbahn endete, bleibt allerdings im Dunkeln“, berichtet Rudolf.

Auch der Bau des Loisach-Isar-Kanals Anfang der 1920er Jahre wird auf einer der Tafeln thematisiert: Zum Betrieb des Walchenseekraftwerks reichte damals der natürliche Wasserzulauf des Walchensees nicht aus, und so wurde zusätzlich Wasser aus der Isar bei Krünn und aus dem Rißbach zugeführt. Um am Unterlauf der Isar zwischen Beuerberg und Wolfratshausen Hochwasser zu vermeiden, war es notwendig, einen Teil des Flusswassers ab Beuerberg über den Loisach-Isar-Kanal abzuleiten und südöstlich von Wolfratshausen, nahe dem Ortsteil Farchet, wieder einzuleiten. Gebaut wurde der Kanal 1921. Neben vielen Auswärtigen fanden auch viele Einheimische auf der Baustelle Arbeit. Laut Rudolf bewegten die Arbeit insgesamt eine Million Kubikmeter Erde.

In nächster Zeit werden die Bild- und Texttafeln Geltinger Bürgern vorgestellt, um deren Zustimmung für die Anbringung der Tafeln einzuholen und Sponsoren zu gewinnen. Zusätzlich soll es ein Begleitheft mit ausführlichen Darstellungen sowie QR-Codes auf den Tafeln geben. Diese ermöglichen es mit einem geeigneten Handy die einzelnen Seiten des Heftes per Internet abzurufen. Nach der Vorstellung im Stadtrat und dessen Zustimmung soll das mehrere tausend Euro teure Projekt im Jahr 2015 umgesetzt werden.

von Corinna Haydl

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