Im dritten Jahr funktioniert´s

Inklusion an der Volksschule Münsing klappt

Münsing - Im dritten Jahr funktioniert das Inklusionsmodell an der Münsinger Grundschule endlich. Das berichtete Schulleiterin Angelika Banner am Dienstag im Gemeinderat.

„Die Schule hat hart dafür gekämpft“, sagte Bürgermeister Michael Grasl. Doch laut Angelika Banner hat sich der Kampf um mehr Lehrerstunden und um Schulungen gelohnt.

Inzwischen sei sie so weit, dass sie selbst Vorträge an Schulen halte, die die Inklusion eingeführt haben, sagte die Rektorin. Personell sei die Münsinger Schule gut ausgestattet. Es gebe eine zusätzliche Lehrerin mit zwölf Wochenstunden, eine Sonderpädagogin mit zwölf Stunden und eine Förderlehrerin mit 16 Stunden. Den Kindern mit erhöhtem Förderbedarf stünden sieben Schulbegleiterinnen zur Seite. Außerdem würden alle Kinder von sieben ehrenamtlichen Lesepaten unterstützt.

Zur Zeit besuchen 171 Mädchen und Buben die Grundschule. 26 von ihnen haben einen Förderbedarf. Davon kommen 17 aus anderen Gemeinden. Sie wurden der Schule vom Landratsamt zugewiesen. Neun stammen aus Münsing.

Angelika Banner betonte in ihrem Bericht, wie dankbar die Schulleitung und das Kollegium für das Engagement der Eltern seien.Vor zwei Jahren haben einige von ihnen das „Forum Inklusion“ gegründet. Weil die Lehrer als Beamte sich mit Beschwerden gegenüber dem Kultusministerium zurückhalten müssten, hätten die Eltern das teilweise übernommen, sagte die Rektorin. So sei einiges an Verbesserungen erreicht worden.

Banner freut sich, feststellen zu können, dass sich das Sozialverhalten der Schüler zum Positiven verändert habe. Die Hilfsbereitschaft und die Empathiefähigkeit der nicht behinderten Kinder seien enorm gestiegen. Verbesserungsbedarf gebe es aber immer noch. 24 Kinder in einer Klasse sind nach Ansicht Banners zu viel. Auch an Räumen fehle es, weil die Mittagsbetreuung immer mehr Platz brauche. Die vier Gruppen würden das gesamte Untergeschoss benötigen.

Angelika Banner glaubt, dass die vom Bayerischen Roten Kreuz angebotene Mittagsbetreuung, die wahlweise bis 14 Uhr, bis 15.30 Uhr oder bis 16 Uhr gebucht werden kann, in Zukunft noch gefragter sein wird. Der Trend gehe zudem zur Ganztagsschule. „Mit einem Ganztagszug würden wir räumlich definitiv an unsere Grenzen stoßen“, sagte die Schulleiterin. Benötigt werde auch Fachpersonal für die nachmittägliche Betreuung der Inklusions-Kinder. Bürgermeister Michael Grasl sagte, er sei mit dem BRK im Gespräch deswegen.

Als bedauerlich bezeichnete es Angelika Banner, dass die drei Mittelschulen in Wolfratshausen, Waldram und Geretsried nicht bereit seien, das Schulprofil Inklusion bei der Regierung von Oberbayern zu beantragen. Die Einbeziehung behinderter Schüler könne nicht nach der Grundschule enden, sagte sie. Das müsse auch der Freistaat erkennen.

Von Tanja Lühr

Rubriklistenbild: © red

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