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„Energiewende gelingt nur gemeinsam“

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Ein Zeichen gegen die Atomkraft: Bei der Mahnwache am Marienplatz wurde erst geredet und dann getanzt. Foto: Hermsdorf
Ein Zeichen gegen die Atomkraft: Bei der Mahnwache am Marienplatz wurde erst geredet und dann getanzt. © Hermsdorf

Wolfratshausen – Mit solch einem Andrang hatte Initiator Dr. Hans Schmidt nicht gerechnet. Mehr als 60 Personen nahmen am Mittwochabend an der Mahnwache zum vierten Jahrestag der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima teil.

Das ist Rekord. Mitverantwortlich für die Steigerung der Teilnehmerzahl dürfte die wachsende Zahl der Veranstalter sein: 2012 luden Grünen-Ortsverband und Bund Naturschutz erstmals zur Mahnwache ein. 2013 kam die SPD dazu, heuer war erstmals auch der CSU-Ortsverband mit an Bord. Das Motto: „Gemeinsam für eine konsequente Energiewende.“

Die angemeldete Mahnwache dauerte rund 30 Minuten. Die Menschentraube versammelte sich zwischen Marienbrunnen und Marktstraße und lauschte den Ausführungen der Parteivertreter von Grünen, SPD und CSU. Der laute Feierabendverkehr erschwerte die Verständigung allerdings. Ein Megaphon brachte die notwendige Leistung, so dass jeder Teilnehmer die Reden klar verstehen konnte. Die Bürgervereinigung, die nicht gefragt worden war, ob sie ebenfalls als Veranstalter auftreten will, steuerte keinen Wortbeitrag bei, war aber mit mehreren Mitgliedern und Stadträten vor Ort.

Schmidt betonte in dem Redebeitrag für die Grünen, dass eine Reaktorkatastrophe auch in Deutschland „jederzeit“ möglich sei. Trotz des von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstiegs seien noch neun Reaktoren am Netz. Es sei höchste Zeit, aus der Technologie auszusteigen – „und zwar konsequent“, so Schmidt. „Die Energiewende fällt uns nicht in den Schoß. Sie muss gegen großen Widerstand erkämpft werden. Das schaffen wir nur gemeinsam.“

Manfred Menke sprach im Namen der SPD der Bevölkerung in und um Fukushima sein Mitgefühl aus. Dort gab es wegen der radioaktiven Strahlungen vermehrt Todesfälle und Erkrankungen, einige Gebiete werden Jahrzehnte unbewohnbar sein. Der Stadtrat kritisierte, dass für Deutschland ein „Energiewende-Masterplan“ fehle. Menke: „Die Energiewende ist Bayerns Schicksalbaustelle. Sie ist viel zu wichtig, um sie zögernden Politikern und den Lobbyisten zu überlassen. Sie muss vom Volk getragen werden.“

Laut Günther Eibl (CSU) sind die „furchtbaren Konsequenzen“ eines Super-Gaus wie in Fukushima eine drastische Mahnung, die Energiewende zügig voranzutreiben. Und zwar sowohl im Großen – hier nannte Eibl die Stichworte Atomausstieg und Förderung erneuerbare Energien – als auch im Regionalen. Eibl: „Jeder einzelne Bürger kann durch sein Engagement etwas dazu beitragen.“

Im Anschluss an die Reden tanzten rund 15 Personen den Ulmentanz gegen Atomkraft am Marienplatz. Im Normalfall wird der Tanz einmal im Monat an einem Vollmondabend aufgeführt (wir berichteten). Die Organisatoren wollen dadurch an die Opfer von Fukushima erinnern und ein Zeichen gegen die Nutzung von Atomkraft zu setzen.  dor

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