Der Tag der Entscheidung

Waldram/München - Der Historische Verein wünscht sich am Kolpingplatz „einen Ort der Begegnung“, während die Erzdiözese den Bau von Wohnungen favorisiert. Heute treffen sich beide Parteien, um über die Zukunft des Platzes zu sprechen.

Für viele Waldramer Bürger und den Historischen Verein Wolfratshausen steht heute „der Kern des Ortsteils Waldram“ auf dem Spiel. In einem Gespräch mit Vertretern des Erzbischöflichen Ordinariats München erörtern die Waldramer die Zukunft des Kolpingplatzes. Wie berichtet will die katholische Kirche auf dem Areal des Seminars St. Matthias Wohnungen bauen, um den Neubau der dortigen Schule zu refinanzieren. Nach derzeitigen Planungen müssen deshalb zwei Häuser am Kolpingplatz weichen, die eine historische Bedeutung haben.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Bernhard Reisner, stellvertretender Vorsitzender des Historischen Vereins. Er will verhindern, dass an der Stelle des ehemaligen Bades ein Mehrfamilienhaus oder Reihenhäuser gebaut werden. „Die Vergangenheit darf nicht zerstört werden“, sagt er. Vom Meinungsaustausch mit dem Ordinariat erhoffen sich Reisner und Sybille Krafft, Vorsitzende des Vereins, dass „die Erzdiözese einlenkt und das letzte Gesicht von Waldram nicht vernichtet“. Dass die Kirchenvertreter bereit sind, über die Planungen zu sprechen, werten Krafft und Reisner als ersten Erfolg.

„Wir nehmen das Anliegen ernst“, bestätigt Bettina Göbner, Mitarbeiterin in der Pressestelle des Ordinariats. „Wir werden die Diskussion nicht aussitzen, sondern aktiv Gespräche führen.“ Gleichzeitig gibt sie aber zu bedenken, dass die erwarteten Erlöse aus der Umgestaltung des Grundstücks bereits fest verplant sind.

(dor)

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