Wolfgang Wittmann „Olympia könnte dem Spaladin neue Schubkraftverleihen.“ Foto: Archiv

Enttäuscht, aber nicht entmutigt

Geretsried - Die Zukunft des Spaladins steht in den Sternen, weil sich die Investoren aus Arabien in Zurückhaltung üben. Darüber ist man in Geretsried enttäuscht - aber nicht entmutigt.

Wirtschaftsförderer Wolfgang Wittmann kann für das Zögern der saudischen Investorengruppe, die hinter dem geplanten Bau der Wellness-Oase auf Gut Buchberg steht, nur wenig Verständnis aufbringen. Die Wellnessbranche boome nachweislich, und der für das Spaladin vorgesehene Standort im Großraum im Großraum Münchens „top“. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen Investor, „der nach der Rendite schielt“. Die Geldgeber im Orient aber wollen die nächsten ein bis zwei Jahre abwarten, bevor in Oberbayern investiert wird - man hat das Vertrauen in den Euro verloren. Deshalb soll nun verstärkt nach Investoren aus Europa gesucht werden, die sich an dem 80-Millionen-Euro-Vorhaben beteiligen (wir berichteten).

In Wittmanns Augen könnte ein ganz besonderes Ereignis dem Projekt neue Schubkraft verleihen: die Olympischen Winterspiele 2018. Im Sommer wird entschieden, ob München als Austragungsort den Zuschlag erhält. „Der Ausgangspunkt für Investoren wäre damit ein ganz anderer.“

Stephan Heinle findet es „traurig, dass sich das Projekt so weit nach hinten verschiebt“. Der TuS-Vorstandschef war ein engagierter Kämpfer und Mitinitiator der Kampagne „Wir sind für Spaladin“ vor zwei Jahren. Auch er hofft auf Investoren aus Europa - ganz konkret aus der Region. „Die Erfolgsaussichten wären damit bestimmt höher, und die Bindung zur Region noch stärker“, meint der Geretsrieder.

Auf europäische Financiers setzt auch Robert Lug. „Die Europäer werden ja nach wie vor Vertrauen in ihre Währung haben“, hofft der Dritte Bürgermeister. Für potenzielle Investoren sei eine Wellness-Oase als Anlageobjekt in jedem Falle vertrauenserweckender als „Containerschiffe in Uruguay“, meint der Unternehmer. „Man kann ja sein Geld auch vor Ort anlegen, und das Spaladin wär’ was, was man anfassen kann.“ Lug appelliert an alle institutionellen Anleger, sich am Spaladin finanziell zu beteiligen. Wie Heinle hegt Lug die Hoffnung, dass sich Geldgeber aus der Region finden. „Man könnte ja auch mal fragen, ob es nicht in Geretsried Leute gibt, die ein Interesse daran haben, sich am Spaladin zu beteiligen“, sinniert der Stadtrat.

In solch „privatwirtschaftliche Angelegenheiten“ will sich Geretsrieds Bürgermeisterin Cornelia Irmer nicht einmischen. Trotz der weiteren Verzögerung ist Irmer zuversichtlich: „Der richtige Zeitpunkt für das Spaladin wird kommen.“

(nej)

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