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Meister auf der Welle: Gerry Schlegel holte 2012 den Europa-Titel im „Stationary Wave-Riding“. Am Wochenende war er beim zweiten Forum Flusswellen zu Gast.

Zweites Forum Flusswellen

Surfwelle: Initiatoren holen sich Tipps in München

Wolfratshausen - Das Projekt Surfwelle Wolfratshausen stockt. Die Wartezeit haben die Initiatoren Stefanie und Marcus Kastner sinnvoll überbrückt: Beim zweiten Forum Flusswellen in München haben sie ihre Initiative vorgestellt und mit Wellenbauern aus der ganzen Welt Erfahrungen ausgetauscht.

Gerry Schlegel ist eines der Multitalente der deutschen Surfszene. Der Europameister im „Stationary Wave-Riding“ von 2012 war Stargast beim zweiten Forum Flusswellen der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau in München. 100 Gäste aus Deutschland, Kanada, Österreich, der Schweiz, Tschechien und dem Rest der Welt pilgerten am Freitag zum Münchner Eisbach, wo das „Meet and Greet“ des Events stattfand. Dabei waren auch Stefanie und Marcus Kastner, die Initiatoren der Surfwelle Wolfratshausen.

Stefanie Kastner, Initiatorin der Surfwelle Wolfratshausen.

„Es hat uns wirklich einen Schritt vorwärts gebracht“, sagt die Waldramerin. Neben den Kastners haben sich 15 nationale und internationale Surfwellen-Initiativen der Presse vorgestellt, die zahlreich vertreten war. Die einen hätten dabei dicker aufgetragen („Manche hatten Flyer und ganze Heftchen dabei“), andere seien bescheidener aufgetreten. „Wir sind ganz klein gefahren“, sagt die 43-Jährige, „um nachher nicht enttäuscht zu werden.“ Das mediale Interesse an den Surf-Projekten sei enorm gewesen. Kastner: „Das hat uns gezeigt, was los wäre, wenn es unsere Surfwelle gibt.“

Auch über mögliche Stolpersteine und Probleme habe sich das Surfer-Ehepaar mit den anderen Teilnehmern unterhalten. „Das hat uns wieder einmal klar gemacht, dass wir in Weidach einen guten Standort haben“, meint Kastner. Anderswo, wie beispielsweise in Nürnberg, müssten erst aufwendig Kanäle gegraben werden, um eine anständige Welle her zu bekommen.

Teil zwei der Veranstaltung, das Fachforum, fand in der Geschäftsstelle der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau statt. In zehn Vorträgen informierten die Referenten, Ingenieure, Surfer, Wissenschaftler, Juristen und Marketingfachleute ihr Publikum über Wellenbau, Naturschutz, Wasserströmungen, welche Auswirkungen Surfwellen für Fische haben und wer bei Unfällen haftet. Besonders beeindruckt hat Stefanie Kastner der Vortrag von Reinhard Pascher, der den Teilnehmern in Sachen Vermarktung Tipps gab. Auf 100 Millionen Euro schätzt der Experte den Marketingwert des Münchner Eisbachs.

In Wolfratshausen wird zurzeit nach wie vor eine Machbarkeitsstudie erstellt. „Es geht zäh voran“, sagt Kastner. Man suche eine Lösung, mit der alle Beteiligten leben können. „Wir müssen nicht die Hoffnung aufgeben, aber können auch nicht Hurra schreien“, sagt Kastner. „Es heißt weiterhin Geduld haben und Abwarten.“

Alessandro Capasso

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