Karl Philberth (82) wurde vor 40 Jahren zum           Priester geweiht. foto: cjk

Erfinder, Physiker und Diener Gottes

Thanning - „Wissenschaft ist nur eine Hälfte, Glauben ist die andere“, das wusste schon der Dichter Novalis. Karl Philberth aus Thanning allerdings lebt diesen Satz beispielhaft.

Damit ist er ein einzigartiger Brückenbauer von der Naturwissenschaft zur Theologie. Denn Philberth ist promovierter Physiker und zugleich katholischer Priester. 2003 trat er in den Ruhestand und lebt seither in Thanning. Am Sonntag feierte das Dorf mit ihm sein 40-jähriges Priesterjubiläum bei einem Festgottesdienst.

„Durch ihn haben die Gebete und Andachten in Thanning neue Impulse bekommen, und der Pfarrhof neues Leben“, freute sich Dekan Gerhard Beham. Geboren wurde Karl Philberth 1929 in Neustadt bei Coburg. Zusammen mit seinem Bruder Bernhard studierte er Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und promovierte an der Sorbonne in Paris. Ursprünglich Elektro- und Kernphysiker, wurde er zu einem Experten der Gletscherkunde.

Im Laufe der Jahre erhielten er und sein Bruder über 100 Patente auf physikalisch-technische Erfindungen. Zudem veröffentlichte er weit über 60 Schriften unter anderem über Elektro- und Quantenphysik und physikalisch-theologische Grenzprobleme.

Doch bei den nüchternen Naturwissenschaften alleine hielt es die Brüder nicht: „In jungen Jahren haben wir mit ganzer Seele nach der letzten Wahrheit gesucht, sowohl in der Naturwissenschaft als auch in den Religionen. Nicht trotzdem, sondern deshalb sind wir als zutiefst überzeugte Christen hervorgegangen“, sagte Philberth. Gemeinsam erhielten sie 1972 die Priesterweihe in Regensburg - geweiht „ad titulum patrimonii“. Das bedeutet, dass Philberth von der Kirche kein Gehalt bekommt, sondern seinen Lebensunterhalt durch seine Erfindungen bestreitet und weiterhin als Physiker arbeitet.

(cjk)

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