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Provisorische Heimat: Im Münsinger Gemeindesaal, der in den vergangenen Tagen umgebaut wurde, kommen nächstens Asylbewerber unter.

Asylbewerber

Erst Gemeindesaal, dann Pallaufhof

Münsing - Die Asylbewerber, die der Landkreis im Gemeindesaal einquartiert, kommen voraussichtlich erst am 2. November statt wie angekündigt am 26. Oktober. Das teilte Münsings Bürgermeister Michael Grasl in der Gemeinderatssitzung mit.

Der Saal, so Grasl, ist so gut wie bezugsfertig. Die Gemeinde habe auf Kosten des Landratsamts Duschen und Trennwände einbauen lassen. Es müssten jetzt nur noch die Betten aufgestellt werden, die am Sonntag angeliefert würden, berichtete Grasl. Am 2. November werde der Landkreis von der Regierung von Oberbayern etwa 150 Asylbewerber zugeteilt bekommen, von denen 30 vorübergehend im Münsinger Gemeindesaal leben werden. Im Moment beherbergt die Kommune 22 Flüchtlinge.

Räte finden einen Sicherheitsdienst gut - für beide Seiten

Laut Grasl sind die Menschen gut integriert. Zwei Männer würden für einen Minilohn den Dorfplatz pflegen, eine Frau mit entsprechendem Gesundheitszeugnis gebe Mittagessen an der Grundschule aus. Die Leiterin des ehrenamtlichen Helferkreises, Gemeinderätin Regina Reitenhardt, berichtete, dass es in der Privatunterkunft in der Grondlergasse keine Probleme gebe. Dennoch bestehe in der Bevölkerung durchaus die Sorge, wie es weitergehe, sagte der Rathauschef. Wie berichtet lädt die Gemeinde am 27. Oktober zu einem Info-Abend ins Pinocchio ein (Beginn 19.30 Uhr). Josef Leis (Freie Wähler) und Helge Strauß (CSU) betonten in der Diskussion, dass ein Sicherheitsdienst vor dem Gemeindesaal für beide Seiten – Bewohner und Bürger – wichtig wäre.

Mittelfristig wird der Pallaufhof renoviert

Mittelfristig will die Kommune den alten Pallaufhof soweit renovieren, dass dort bis zu 50 weitere Menschen Platz finden. Der Wolfratshauser Architekt Wolfgang Adldinger hat dazu Pläne erstellt. Seinen Berechnungen nach würden die Investitionskosten für die Gemeinde bei rund 77 000 Euro liegen, wenn man die ehemaligen Ställe im Erdgeschoss und den ersten Stock umbauen würde. Nachdem der Landkreis für jeden untergebrachten Asylbewerber Miete zahlt, hätten sich die Kosten innerhalb von drei Jahren amortisiert, so Adldinger. Bei einem etwas aufwändigeren Umbau würde die Amortisation vier Jahre dauern. Die Obdachlosen, die bisher im Pallaufhof wohnen, könnten dort in einem separaten Teil bleiben, betonte Grasl.

Gerechte Verteilung gefordert

Helge Strauß (CSU) nannte die Pläne eine „gute Interimslösung“. Professor Dr. Matthias Richter-Turtur (Wählergruppe Ammerland) begrüßte die Idee ebenfalls. Bis das neue Gemeindezentrum an Stelle des Pallaufhofs fertig geplant sei, werde es ohnehin noch einige Jahre dauern. Thomas Schurz (CSU) dagegen glaubt, dass der Ort Münsing 30 Asylbewerber im Gemeindesaal, 50 im Pallaufhof und bis zu 25 in der Grondlergasse nicht vertragen werde. Er sprach sich dafür aus, die Menschen auf alle Orte gerecht zu verteilen. Bürgermeister Michael Grasl erinnerte daran, dass man intensiv auf der Suche nach Grundstücken und Immobilien sei, unter anderem in Degerndorf. Dies geschehe intern, um den Erfolg der Verhandlungen nicht zu gefährden. Vize-Bürgermeister Josef Strobl (Wählergruppe Münsing) würde lieber einen Holzständerbau für Asylbewerber errichten, als den Pallaufhof zu ertüchtigen: „Wir geben sonst zwei Mal Geld aus, wenn der Hof nicht mehr zur Verfügung steht.“ Tanja Lühr

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