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Wo auch immer Stimmung ist, unsere beiden WM-Touristen Adi Miggisch (3. v. re.) und Helmut Fuchs (4. v. re.) sind mittendrin.

WM-Tagebuch

Das 2:2 ertrinkt in Caipirinha

Fortaleza/Münsing - Adi Miggisch und Helmut Fuchs Schlachtenbummler aus Münsing, berichten exklusiv für den Isar-Loisachboten/ Geretsrieder Merkur von der Fußball-WM in Brasilien.

Tage 9 bis 14: Eine ganz andere Welt tut sich in unserem nächsten Spielort Fortaleza auf, wo Deutschland auf Ghana trifft. Die kilometerlange Strandpromenade mit ihren unzähligen Kneipen erinnert an Rimini. Viele junge Leute sind unterwegs und haben einen Heidenspaß. Der Stadtstrand und das 25 Grad warme Meerwasser sind bei 33 Grad Lufttemperatur die großen Attraktionen.

Trotz der Hitze kann’s Helli nicht lassen: Jeden Morgen startet er zu seinem Strandlauf. Kein Wunder, ist das doch eine der aufregendsten Laufrouten der Welt. Die Straße ist zur Hälfte für die Jogger abgesperrt. Schon um 6.30 Uhr sind hunderte Sportler unterwegs, keuchen in ihren Joggingschuhen, verbiegen sich bei der Gymnastik, schmettern beim Beachvolleyball oder tanzen Samba. In aller Herrgottsfrüh wuselt’s an allen Ecken und Enden.

Den Weg zum Stadion erledigen wir dieses Mal per Bus. Wieder ein unvergessliches Erlebnis. Neben uns sitzt ein brasilianischer Zahnarzt, gut deutsch sprechend. Für nächstes Jahr machen wir einen Gegenbesuch in Münsing aus. Dahinter steckt wohl, dass er sich hauptsächlich fürs Oktoberfest interessiert. Auch egal, das Versprechen gilt. Vor dem Stadion geht’s heiß her, die Deutschen stehen den Brasilianern in Bezug auf Begeisterungsfähigkeit kaum nach. Wir treffen die üblichen Verdächtigen, Achim, Michael, die Sachsenkamer, neue Straubinger und so weiter. Das 2:2, natürlich kein Wunschergebnis, ertränken wir in Caipis in einer der zahlreichen Strandbars.

Als wandelnde Lederhosen sind Helli und ich gern fotografierte Motive. Die Brasilianer mögen die Deutschen, das spüren wir – der Bundesliga sei Dank. Die leistet in Sachen Völkerverständigung offensichtlich gute Dienste. Ans übrigens sehr gute Essen haben sich unsere Mägen nach anfänglichem Herumgezicke mittlerweile auch gewöhnt. Wahrscheinlicher: Der Moqueca, eine Art Eintopf, ist der ausgiebige Umtrunk am Vorabend in die Quere gekommen.

Gespannt geht es nun weiter nach Recife zum Spiel gegen die USA. Wird es ein zweites Gijon geben? Einen Nichtangriffspakt wie damals beim 0:0 gegen die Österreicher. Als Fans, die wir tausende Kilometer gereist sind, würden wir das Jogi und seinen Jungs nie verzeihen. Wir wollen Fairplay, ein geiles Spiel und einen deutschen Sieg sehen.

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