Post vom Landratsamt: Anwohnerin Ulrike Zapletal freut sich über den Brief, der ihre Zweifel bestätigt. Daraus geht hervor, dass die geplanten Mehrfamilienhäuser am Erlenweg 4 (Grundstück im Hintergrund) zu hoch sind. Foto: sh

Etappensieg für Gegner

Geretsried - Für die Gegner der Bauvorhaben am Tauernweg/Glocknerweg und Erlenweg ist es ein Etappensieg: Das Landratsamt wird wohl beide Pläne als nicht genehmigungsfähig einstufen.

Anders als die Stadt Geretsried sieht das Landratsamt bei den Bauvorhaben am Tauernweg/Glocknerweg und Erlenweg Probleme: Bei einem ist die Länge störend, beim anderen die Höhe. „Beim Tauernweg geht es vor allem um die überbaute Fläche“, sagt Constanze Hagen, Baujuristin am Tölzer Landratsamt. Dort sollen 38 Wohnungen sowie eine Tiefgarage gebaut werden. Kritisch sei die Länge des nördlichen Baukörpers, der laut Plan 51 Meter misst. Noch werde der Bauantrag geprüft, so Hagen. „Sollte er abgelehnt werden, kann der Bauwerber Stellung nehmen, umplanen oder den Bauantrag zurücknehmen.“

Beim Bauvorhaben am Erlenweg 4 war das Landratsamt von der Obersten Baubehörde am Bayerischen Innenministerium um eine Stellungnahme gebeten worden. Wie berichtet hatten Anwohner eine Petition beim Landtag eingereicht, woraufhin das Genehmigungsverfahren gestoppt wurde. Aus Sicht des Landratsamts wäre der dreistöckige Komplex mit 15 Wohnungen zwei Meter höher als die umliegende Bebauung. Ende September soll die Beschwerde der Anwohner behandelt werden. Erst wenn der Petitionsausschuss das Vorhaben beurteilt hat, kann der Bauantrag weiter bearbeitet werden.

Bei den Gegnern der Bauvorhaben ist die Freude groß. „Es sollte für zukünftige Bauvorhaben an anderer Stelle zeigen, das es etwas bringt, wenn man sich wehrt und nicht von vornherein den Kopf in den Sand steckt“, sagt Rolf Krautschneider. Ulrike Zapletal, Wortführerin der 65 Erlenweg-Anwohner, ist nach eigenen Worten sehr erleichtert, dass das Landratsamt ihre Kritik teilt. „Wir wollten zeigen, dass man etwas erreichen kann und anderen Mut machen“, sagt die Verfasserin der Petition. Fraglich sei nur, warum das Geretsrieder Stadtbauamt und der Bauausschuss eine andere Auffassung vertreten haben als das Landratsamt, so Zapletal. Wie berichtet hatte der Ausschuss beiden Vorhaben mehrheitlich zugestimmt. Grundlage für die Entscheidung des Gremiums war Paragraph 34 des Baugesetzbuchs. (nej)

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