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Der Lack ist ab: Das denkmalgeschützte Haus an der Alpenblickstraße verfällt seit vielen Jahren. Der neue Besitzer darf es nach dem Willen des Gemeindes zwar abreißen – aber nur, wenn er mit der Bausubtanz sensibel umgeht.

Bauernhaus an der Beuerberger Straße ist denkmalgeschützt

Abriss? Ja, aber... 

Eurasburg - Das alte Bauernhaus an der Alpenblickstraße in Beuerberg ist völlig marode, steht aber unter Denkmalschutz. Jetzt lag dem Gemeinderat ein Abrissantrag vor. Das Gremium rang um einen Kompromiss.

Es ist keine Schönheit mehr. Der Lack ist längst ab, der Charme früherer Jahre verblichen. Der bröckelnde Putz kann die Falten und Risse, die der Zahn der Zeit ins Gemäuer genagt hat, nicht mehr übertünchen. Aber das alte Kleinbauernhaus an der Alpenblickstraße in Beuerberg steht auf der Liste schützenswerter Baudenkmäler in der Gemeinde Eurasburg. Dieser Umstand sorgte in der jüngsten Gemeinderatssitzung für viel Diskussionsstoff.

Seit zehn Jahren verfällt das Anwesen

Der neue Besitzer des Anwesens, das seit dem Tod von Michael Poschenrieder vor rund zehn Jahren leer steht und langsam verfällt, trägt sich mit dem Gedanken, das Haus abzureißen. Diese Vorstellung behagt Peter Goepfert gar nicht. „Denkmalschutz ist immer ein zweischneidiges Schwert. Was Altes wegmachen, das tut mir weh. Dann ist wieder ein Stück weg von Beuerberg“, gab der dienstälteste Rat zu bedenken. „Wir sollten uns Gedanken machen, wie es mit dem Ortsbild weitergeht. Still und heimlich verschwinden die alten Häuser.“ Der Abriss ist der massivste Eingriff, den ein Baudenkmal erfahren kann, darin war sich die Runde einige. Aber es gibt gute Gründe, die im konkreten Fall dafür sprechen würden. „Es ist teilweise einsturzgefährdet. Und in dem Zustand würde ich sagen, weg damit“, sagte Josef Demmel.

Es fällt das böse Wort vom "alten Geraffel"

Drastischer formulierte es Maria Urban. „Man sollte nicht so an dem alten Graffel hängen, wenn’s nicht mehr funktionstüchtig ist“, sagte die Bäuerin. Dafür erntete sie manchen herzhaften Lacher. Nur Bürgermeister Moritz Sappl war etwas entsetzt. „Altes Graffel? So pauschal alles platt machen, das behagt mir gar nicht“, entgegnete der Rathauschef, vor dessen geistigen Auge in dem Moment die Abrissraupe offenbar schon den Gartenzaun niederwalzte. „Wir sollten etwas sensibler mit dem Thema umgehen.“

Das Erhaltenswerte soll erhalten werden

Die Frage „Abriss ja oder nein?“ beantworteten schließlich sieben Ratsmitglieder mit Ja und sieben mit Nein. Das würde bedeuten: Keine Mehrheit, Antrag und Abriss abgelehnt. Doch damit war offensichtlich auch niemand wirklich glücklich. Es wurde weiter diskutiert. „Wir wollen nicht, was Maria sagt“, ergriff Peter Goepfert das Wort für die Abrissgegner. Ihm gehe es darum, dem neuen Eigentümer eine Möglichkeit zu geben, dass er was draus machen könne. „Sonst bleibt es stehen und verfällt.“ Man mache es dem Bauherrn schwer, wenn man drauf bestehe, das Gebäude zu erhalten. Michael Wohlfahrter meinte: „Bei Abriss kann einer mit weniger Geld was Neues draus machen.“ Schließlich einigte man sich auf eine Empfehlung: Ein Abriss sei möglich, aber der Rat erwarte einen sensiblen Umgang mit der Bausubstanz. „Wenn etwas Erhaltenswertes dran ist, wäre es schön, wenn man das erhält“, fasste Moritz Sappl zusammen. Dem Wunsch konnten sich die anwesenden Gemeinderäte einstimmig anschließen. Rudi Stallein

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