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Dr. Christoph Kürzeder, Leiter des Diözesanmuseums, bei der Eröffnung der Ausstellung „Klausur – vom Leben im Kloster“.

Kloster Beuerberg

Ausstellung zeigt, womit die Schwestern wirklich ihre Zeit verbracht haben

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Streng und ernst, hart und schwer, so stellt man sich das Leben der Salesianerinnen hinter den Klostermauern vor. So war es aber nicht immer. Eine neue Ausstellung in Beuerberg zeigt das.

Beuerberg Zum dritten Mal öffnet am Pfingstsonntag, 20. Mai, das Kloster Beuerberg seine Pforten zur Ausstellung. Nach der Premiere unter dem Titel „Klausur – vom Leben im Kloster“ und der Fortsetzung „Sehnsuchtsort Kloster“ steht die Ausstellung dieses Mal unter dem Motto: „Das Spiel beginnt!“

Das klingt im ersten Moment irritierend, stellt man sich das Leben im Kloster doch gewöhnlich eher als streng und ernst, hart und schwer vor. Doch die Salesianerinnen verstanden es meisterhaft, dem beschwerlichen Alltag auch eine Portion Spaß abzugewinnen. Spiel und Theater waren wichtige Bestandteile des Lebens hinter den Klostermauern, wie auch aus Interviews mit früheren Bewohnerinnen des Klosters Beuerberg hervorgeht. Orakelgeschichten, selbst kreierte Ratespiele, oder die Tradition des Jahresloses, das jeder Schwester alle zwölf Monate eine neue Tugend zuwies, aber auch eine neue Zelle sowie einen neuen Platz in Chor und Refektorium, gehörten zu den spielerischen Aktivitäten, mit denen die Schwestern sich das Leben erleichterten.

Von der Spielfreude der Schwestern zeugt auch ein Fundus von Kostümen, die in der neu konzipierten Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden. Denn die Nonnen spielten leidenschaftlich gern Theater. „Von da ist es kein großer Schritt zu den wirklich wesentlichen Fragen: Wer sind wir in dieser Welt, was sind unsere Rollen?“, sagt Dr. Christoph Kürzeder, Leiter des Diözesanmuseums. Im Rahmen der Ausstellung können und sollen die Besucher, unter anderem an speziellen Mitmachstationen, auch ihren eigenen Rollen und Funktionen im Leben wie in der Gemeinschaft nachspüren.

Die Ausstellung „Das Spiel beginnt! – spielend Leben lernen“ öffnet am Pfingstsonntag, 20. Mai, und dauert bis zum Erntedanksonntag, 7. Oktober. Passend zur Ausstellung ist auch eine neue Chronik erschienen, die anhand von originalen Aufzeichnungen die Ordensgeschichte von der Gründung des ersten Klosters 1667 in München bis zur Gründung des Beuerberger Klosters im Jahr 1846 dokumentiert.

Das 350 Seiten umfassende, reich bebilderte Werk mit dem schlichten Titel „V+J!“ (Vivat Jesus – Es lebe Jesus!) kostet 49 Euro und ist demnächst in der Ausstellung erhältlich. Wer solange nicht warten will, kann das Buch bereits jetzt beim Diözesanmuseum in Freising bestellen. rst

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