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Trügerische Idylle: Zu sehen ist die ehemalige Eisenbahnbrücke, auf der heute der Radweg Eurasburg-Beuerberg verläuft. Die Kurve, die der Bach macht, ist ein kritischer Punkt, weil dort das Wasser aus dem Bachbett gedrückt wird und die hinter der Brücke folgenden Grundstücke überschwemmt.  

„Es zieht sich jetzt bald acht, neun Jahre hin“

Bei Anwohnern am Habichtgraben geht es nass rein - nun klagt einer gegen den Freistaat

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Helmut Leicht wartet seit 2011 darauf, dass versporchene Hochwassermaßnahmen umgesetzt werden. Doch es ändert sich nichts daran, dass es bei manchem Anwohner am Habichtgraben im Eurasburger Ortsteil Lengenwies gelegentlich nass reingeht. Jetzt hat er Konsequenzen gezogen.

Eurasburg Der Bach ist ein Idyll, wenn das Wasser sanft und leise über die Kiesel plätschert. Aber bei Hochwasser im Frühjahr geht es manchem Anwohner am Habichtgraben im Eurasburger Ortsteil Lengenwies – salopp gesagt – mitunter nass rein. Das stört die Anwohner natürlich, aber das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben.

„Bei meiner Nachbarin stand das Wasser 1,50 Meter hoch im Keller“, schildert Helmut Leicht das letzte Hochwasser vor ein paar Jahren. „Man glaubt nicht, was der für eine Gewalt entwickeln kann.“ Er selbst kam vergleichsweise glimpflich davon. Zweimal sei seine Garage vollgelaufen, erläutert der Verwaltungsamtsinspektor im Ruhestand. „Aber wenn ich das Wasser rauschen höre, denke ich jedes Mal: Nicht schon wieder.“ Seit 2011 warte er darauf, dass die versprochenen Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Weil ihm das zu lange dauert, reichte Leicht im Herbst vorigen Jahres beim Bayerischen Verwaltungsgericht Klage gegen den Freistaat Bayern ein. „Wegen Untätigkeit: Es zieht sich jetzt bald acht, neun Jahre hin“, wettert der Kläger.

Lesen Sie auch: Das plant die Gemeinde Eurasburg für 2018

Im Wasserwirtschaftsamt Weilheim, in dessen Zuständigkeit die Maßnahmen fallen, nimmt man die Vorwürfe „unaufgeregt“ zur Kenntnis. „Das ist ein geteiltes Projekt“, sagt Leiter Roland Kriegsch. Der erste Maßnahmenteil umfasste den Ende 2012 erfolgten Einbau einer sogenannten Geschiebe-Dosiersperre im oberen Bereich des Wildbachs. Jetzt gehe es im zweiten Schritt an das Schussgerinne im unteren Bereich. Dazu gehörten nun mal verschiedene „Variantenstudien“. So stand in der Gemeinderatssitzung im September 2015 ein Vorschlag zur Fortführung des Radwegs zwischen Eurasburg und Beuerberg zur Diskussion: Das Amt favorisierte die Idee, den Weg, der bisher über eine ehemalige Eisenbahnbrücke verläuft, mittels einer mehrere hundert Meter langen Rampe abzusenken und direkt über den Bach zu führen. Die Variante fand jedoch nicht die Zustimmung der Gemeindevertreter. Sie bestanden darauf, den Radweg auf dem bisherigen Niveau weiterzuführen. „Dann müssen wir neu planen. Das ist ein ganz normaler Vorgang“, betont Kriegsch, dass die so entstandenen Verzögerungen unumgänglich seien.

In der Gemeinderatssitzung Anfang Februar präsentierte Florian Barnerssoi vom Ingenieurbüro SKI in München einen neuen Sieben-Punkte-Plan. Dieser umfasst unter anderem, die Abflussleistungsfähigkeit des Baches zu erhöhen, das Schussgerinne zwischen der Eisenbahnbrücke und der Staatsstraße auszubauen und einheitlich Holzbohlen zu verlegen. „Abflusshindernisse“ sollen beseitigt und die Böschung soll angepasst werden. Und die alte Eisenbahnbrücke wird durch eine neuen Geh- und Radwegbrücke aus leichtem Stahlfachwerk ersetzt. Das Projekt soll geschätzt rund 1,1 Millionen Euro kosten, jeweils die Hälfte entfallen auf die Brücke und den Bachausbau. Ein Drittel der Kosten, rund 330.000 Euro, muss die Gemeinde tragen. Im nächsten Schritt soll die wasserrechtliche Genehmigung eingeholt werden. Mit einem baldigen Baubeginn sei jedoch nicht zu rechnen. „In 2018 passiert nix mehr, realistisch ist eher übernächstes Jahr oder 2020“, erklärte Dora Schulze, die beim Wasserwirtschaftsamt für den Landkreis zuständige Abteilungsleiterin.

Der Zeitfaktor verursacht bei Helmut Leicht zwar einmal mehr leichtes Stirnrunzeln. Aber mit den Vorschlägen als solchen könne er sich anfreunden. „Die Pläne sind gut: Die Bachkurve wird vergrößert, das Bachbett tiefergelegt. Das finde ich alles in Ordnung.“

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