Großbrand am 13. Juni 2020 in Beuerberg.
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Großbrand am 13. Juni 2020 in Beuerberg. In ein landwirtschaftliches Anwesen hatte ein Blitz eingeschlagen.

Die Helfer mussten im vergangenen Jahr 85 Mal ausrücken

Feuerwehr Beuerberg: Die Autobahn bleibt ein Brennpunkt

  • vonRudi Stallein
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Wegen der Lockdowns war 2020 ein eher ruhiges Jahr für die Feuerwehr Beuerberg. Auf die A 95 aber wurden die Helfer immer wieder gerufen.

Beuerberg – Ein vergleichsweise ruhiges Jahr liegt hinter der Freiwilligen Feuerwehr Beuerberg. Die 78 aktiven Mitglieder wurden in 2020 „nur“ zu 85 Einsätzen gerufen, das sind 45 Einsätze weniger als 2019. „Hier zeigen sich die Auswirkungen des Lockdowns und der damit eingeschränkten Mobilität und Aktivität in unserem Schutzbereich“, erläutert Kommandant Wolfgang Leicht, der seinen Jahresbericht Corona-bedingt dieses Mal nur schriftlich an seine Kameraden verteilen konnte.

Besonders gefordert waren die Beuerberger Feuerwehrleute bei einem Großbrand im Dorf am 13. Juni: Ein Blitzschlag hatte die Scheune eines ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäudes in Brand gesetzt. Dank des schnellen und gezielten Eingreifens der Feuerwehr bei Gewitter mit Sturm und Starkregen wurde verhindert, dass das Feuer auf das unmittelbar angeschlossene Wohnhaus übersprang.

Ein Bild des Grauens bot sich den Einsatzkräften bei einem schweren Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Pkw am 30. Juli auf der Staatsstraße 2064 zwischen der Autobahnanschlussstelle Seeshaupt und St. Heinrich. „Obwohl durch die Reduzierung des Verkehrs aufgrund von Pandemie und Lockdown auch die Unfallzahlen zurückgegangen sind, war die Autobahn erneut ein Einsatzschwerpunkt“, sagt der Kommandant.

Insgesamt teilen sich die 85 Einsätze in neun Brände, 24 Technische Hilfeleistungen und 46 First-Responder-Einsätze auf; sechs Mal rückte der Löschtrupp zudem wegen Fehl- oder Falschalarm umsonst aus. Da die Autobahn seit Mitte November wieder frei befahrbar ist, sei der Sonderalarmplan deaktiviert worden. „Weniger Einsätze wird es deshalb vermutlich aber nicht geben“, glaubt Leicht. „Die Art der Einsätze wird sich wieder verändern, es muss mit höheren Geschwindigkeiten und entsprechenden Auswirkungen gerechnet werden.“

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Stark durch die Pandemie beeinträchtigt wurde der Aus- und Fortbildungsbetrieb, der wegen der hohen Infektionszahlen im Landkreis teilweise komplett eingestellt werden musste. Mittels Online-Schulungen von MTA-Ausbilder Franz Sammer hätten wenigstens „viele theoretische Themen behandelt werden“ können. In den Sommermonaten fanden zwar unter strengen Hygienevorschriften wieder Fortbildungen statt, insgesamt habe jedoch nur ein Bruchteil durchgeführt werden können. Außerdem liege „der kameradschaftliche Bereich völlig brach“. Keine einzige der geplanten Veranstaltungen wie etwa das Ramadama, die Brandschutzerziehung in Kindergarten und Schule oder der Aktionstag war möglich. „Das tut uns als Verein besonders weh“, so Leicht.

Sobald es die Situation erlaube, sollen auch die ausgefallenen Ehrungen und Ernennungen (Leonhart Sanner wurde Feuerwehranwärter, Maxi Schmidt Oberfeuerwehrmann) in angemessenem Rahmen nachgeholt werden. Für zehn Jahre aktive Dienstzeit geehrt werden Benedikt Puffer, Michael Rebhan und Felix Schmidt. Wolfgang Leicht ist seit 20 Jahren dabei, das Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst wartet auf Josef Demmel, das Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre liegt für Andreas Berghofer bereit.

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