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Die angedrohte Schließung ist vom Tisch: Der kleine Edeka-Markt in Beuerberg soll erhalten bleiben.  

Nahversorgung in Eurasburg

Edeka-Betreiber will geplantem Supermarkt die Stirn bieten

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Im Frühjahr hatte er die Faxen dicke. Frustriert kündigte Michael Huber an, seinen kleinen Edeka-Markt in Beuerberg zu schließen. Doch nun will der Geschäftsmann dem geplanten Supermarkt in Eurasburg mit neuen Ideen die Stirn bieten.

Beuerberg Der in Eurasburg geplante Supermarkt sorgt für anhaltende Diskussionen – und gelegentlich für Irritationen. Seit bekannt wurde, dass die Firma Ten Brinke einer neuen Wohnanlage im Ortszentrum ein 1200 Quadratmeter großes Geschäft angliedern will, sind die Meinungen gespalten. Die einen können den Supermarkt kaum erwarten, die anderen sorgen sich um den Fortbestand der bisherigen Läden, vor allem in Beuerberg. Dort versorgt seit vielen Jahren der Edeka-Markt „Nah & Gut“ von Michael und Christine Huber die Dorfbewohner mit allem, was man im Alltag so braucht.

In seiner Sitzung diese Woche diskutierte der Gemeinderat wieder einmal intensiv über die Zukunft des Ladens. Hatten doch die Betreiber selbst in einer Stellungnahme angekündigt, Ende 2019/20 schließen zu wollen, wenn das Großprojekt realisiert wird (wir berichteten). Befeuert wurde die Diskussion durch eine Unterschriftenliste, die Huber vor Beginn der Sitzung an Bürgermeister Moritz Sappl ausgehändigt hatte. Darin fordern 300 Bürger die Gemeinde auf, sich für den Erhalt der bestehenden Nahversorger einzusetzen.

Fleisch und Wurst weiter ausbauen, Frischeprodukte stärken

„Wir waren damals richtig sauer auf die Gemeinde“, erklärt Huber seine Stellungnahme vom Februar dieses Jahres. „Da stellt sich ein Typ vom Supermarkt hin und verkündet in der Gemeinderatssitzung: Neben uns hat keiner Platz. Und keiner sagt was. Da habe ich gedacht: Das kann doch nicht sein, dass die Gemeinde uns so hängen lässt“, begründet Huber seinen Frust. Inzwischen ist der Kaufmann wieder hochmotiviert. „Wir sind gerne in Beuerberg und wollen auch über 2020 hinaus in Beuerberg bleiben“, betont der Geschäftsinhaber. Über einen Umbau denke er bereits seit längerem nach, der soll nun weiter verfolgt werden. Baldmöglichst sollen Gespräche mit dem Eigentümer über eine Verlängerung des Vertrags geführt werden. „Wir werden den Laden sicher umstrukturieren“, sagt Huber. Konkrete Details könne er zum augenblicklichen Zeitpunkt noch nicht nennen, aber vermutlich werde man „Fleisch und Wurst weiter ausbauen und eventuell den Bereich Frischeprodukte stärken“. Auch sei ein „Heimfahrservice“ eine denkbare Ergänzung der Angebotspalette. „Wir werden schauen, welche Nische wir besetzen können“, so Huber. Kampflos werde man jedenfalls das Feld nicht räumen.

Die Unterschriftenliste ist übrigens nicht ganz taufrisch. Dabei handelt es sich um jene Liste, die kurz nach Bekanntwerden der Baupläne in Eurasburg auf Initiative der Grünen in mehreren Läden ausgelegen war, aber nie den Weg ins Rathaus geschafft hatte. „Ich lasse mich vor keinen Karren spannen“, betont Huber, „aber ich wollte den Leuten gerecht werden, die damals auf der Liste unterschrieben haben.“ Deshalb habe er sie jetzt dem Bürgermeister übergeben.

Moritz Sappl gibt sich entspannt, wenn es um die Frage geht, ob die kleinen Läden vom großen Supermarkt gefressen werden: „Wenn die, die jetzt dort kaufen und sich mit ihrer Unterschrift für den Fortbestand einsetzen, auch weiterhin beim Huber kaufen, hat er kein Problem.“

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