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Regt zum Nachdenken an: Die Ausstellung von Elke Härtel im Gartenpavillon des Klosters Beuerberg. 

Ausstellung im Kloster Beuerberg

Ferdinand und die Elefantenfrau im Gartenpavillon

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Bildhauerin Elke Härtel stellt im Gartenpavillon des Klosters Beuerberg aus. Im Zentrum ihrer Ausstellung steht „Ferdinand“ - ein Esel aus weißem Gips.

Beuerberg – Viele Besucher kamen zur Eröffnung der Ausstellung von Elke Härtel ins Kloster Beuerberg – so viele, dass die Besichtigung der außergewöhnlichen Skulpturen der Münchner Künstlerin in zwei Schichten ablaufen musste. Während die einen im Gartenpavillon die Kunstwerke bewunderten, genossen die anderen im sonnigen Klostergarten Prosecco, Hugo und Aperol-Spritz.

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Stifterfests durch Dr. Christoph Kürzeder, Direktor des Diözesanmuseum Freising, eröffnet. Der Termin am 12. August sei ein Erinnerungstag an die Salesianerinnen, die das Kloster Beuerberg tatkräftig bewirtschafteten und durchaus einen Hang zum Feiern hatten. Das Stifterfest würde nochmal die Bedeutung dieser Klostergemeinschaft hervorheben.

Seit vier Jahren initiiert das Kloster zudem Ausstellungen im Gartenpavillon. „Damit möchten wir den Bogen von der Geschichte in die Gegenwart und Zukunft spannen“, erklärte Kürzeder. Ebenso lange arbeitet die 41-jährige Elke Härtel im klösterlichen Atelier, in dem Besucher ihr bei der kreativen Arbeit zusehen können. Nun sei es Zeit geworden, der Künstlerin eine eigene Ausstellung zu widmen.

Die Bildhauerin Elke Härtel ist keine Unbekannte. Die gebürtige Erdingerin hat zahlreiche Preise und Stipendien bekommen, unter anderem den Ersten Preis der Danner-Stiftung. Eine beeindruckende Spannung entsteht beim Betreten des schwarzen Holzkubus mit seinen zebraartigen Lichtspalten. In einer Diagonalen, die die Künstlerin „Lebenslinie“ nennt, stehen vier weiße Gipsfiguren. „Eloise“, ein Mädchen, die einen Wolf, wie eine Beute würgend, am Hals packt. „Rapunzel“, die keine Arme besitzt und deren langen Zöpfe sie so umschlingen, als würde die Märchenfigur sich selbst gefangen halten. Die anmutige „Elefantenfrau“, die nachdenklich ins Leere blickt – eine grazile Frauengestalt, wären da nicht ihre schweren Elefantenfüße, die anmuten, als würden die Sohlen die junge Frau mit dem Boden erden. 

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Im Zentrum aber steht „Ferdinand“, der Namensgeber der Ausstellung, eine realitätsgenaue Abbildung eines Esels der auf seinem Rücken ein Bündel Kerzen trägt, das biblische und weltliche Symbol für Licht. Härtels meist weibliche Figuren sind Interpretationen aus Märchen, Mythen und religiösen Texten. Traditionelle Figuren, die sie in den Kontext der Moderne stellt. Handlungsumkehr, Makel und Leichtigkeit vereint die Künstlerin in ihren Skulpturen aus weißem Gips.

Info

Die Ausstellung „Ferdinand“ ist bis zum 6. Oktober im Gartenpavillon des Kloster Beuerbergs zu sehen.

Andrea Weber

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