+
Idyllisch am Kanal liegt der Ortsteil Bruggen. Die Gemeinde plant dort bezahlbaren Wohnraum. 

Eurasburger Gemeinderat geht zurück auf Anfang 

Bezahlbarer Wohnraum: Zweites Modell für Bauvorhaben in Bruggen fällt durch

  • schließen

Der Eurasburger Gemeinderat stellt das Thema bezahlbarer Wohnraum zurück auf Anfang: Das zweite Modell für Bauvorhaben in Bruggen ist durchgefallen.

Eurasburg Der Unmut der Anwohner am Uferweg im Eurasburger Ortsteil Bruggen war groß, als sie in der Gemeinderatssitzung vom 14. November vorigen Jahres zum ersten Mal das Modell einer Wohnanlage sahen, die ihnen „vor die Nase gesetzt“ werden soll. Wie berichtet hat die Gemeinde das alte Schleusenwärterhaus am Isar-Loisach-Kanal erworben, an dessen Stelle soll nun gemeindeeigener „bezahlbarer Wohnraum“ geschaffen werden.

Nach dem lauten Aufschrei im November trafen sich Vertreter der Gemeinde und Mitglieder des Gemeinderats mit den betroffenen Anwohnern, um sich deren Sorgen und Nöte anzuhören. „Es ist wichtig, dass sie gehört und ernstgenommen werden“, so Bürgermeister Moritz Sappl. Mit den bei dem Treffen gesammelten Einwänden und Vorschlägen wurden die Architekten Onni Rebholz und Marcus Kottermair beauftragt, einen Alternativvorschlag auszuarbeiten.

Neues Modell günstiger als Ursprungsmodell

Die Kritik am ersten Modell richtete sich vor allem dagegen, dass die von der Gemeinde bislang geforderten acht Wohneinheiten sich auf zwei miteinander verbundene Baukörper verteilten, von denen einer mit einer Länge von rund 25 Metern recht wuchtig am Hang lag. Zudem war der ebenso lange Carport ein Dorn im Auge der Betrachter.

Diese Woche stellte Onni Rebholz im Gemeinderat eine neue Variante vor. Sie sieht nur noch ein Haus vor: fünf Meter kürzer, aber etwas breiter und 2,20 Meter höher als Vorschlag eins. Darin würden weiterhin acht Wohneinheiten Platz finden, allerdings keine Vier-Zimmer-Wohnungen mehr. Die Kosten werden auf etwa 1,8 Millionen Euro geschätzt, knapp 300.000 Euro weniger, als beim Ursprungsmodell.

Die Reaktionen der Gemeinderäte waren vernichtend. „Ich bin damit überhaupt nicht glücklich“, hielt Marcus Fichtner mit seinem Unmut über den massiven Klotz nicht hinterm Berg. „Durch die Höhe wirkt es wuchtiger“, pflichtete ihm Michael Wohlfahrter bei. „Freundlicher für die Mieter war Variante eins.“ Stefan Bauer sagte: „Ich glaube nicht, dass diese Variante irgendjemandem gefallen kann. Der erste Vorschlag ist wesentlich gefälliger und harmonischer.“ Peter Goepfert meinte: „Ich bin sehr dankbar für Variante zwei. Da sehen wir, wie es noch schlimmer werden könnte – ein schreckliches Mehrfamilienhaus.“

Klaus Koch fordert mehr solcher Projekte

Hans Urban regte an, statt über Modelle zu diskutieren, zunächst mal einen Kostenrahmen aufzustellen, um „zu sehen, was wir uns leisten können und leisten wollen“. Klaus Koch hielt dem entgegen, dass die Gemeinde, angesichts des zu erwartenden „totalen Wohnungsdrucks“ in der Zukunft, eher mehr solcher Projekte brauche als weniger.

In der Frage, welcher Variante nun der Vorzug zu geben ist, herrschte schnell Einigkeit. Einstimmig verbannte der Gemeinderat die Pläne und Skizzen des neuen Modells in den Reißwolf. Elf Räte stimmten für Variante eins mit zwei Baukörpern, fünf dagegen. Nun obliegt es der Architektin, das ursprüngliche Modell erneut zu überarbeiten – etwas kleiner und eventuell mit ein, zwei Wohnungen weniger. Voraussichtlich in der Februar-Sitzung wird dann weiter diskutiert.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Funkwasserzähler: Wolfratshauser Bürgerinitiative ruft zu Widerspruch auf
Eine Bürgerinitiative ruft in Wolfratshausen dazu auf, Einspruch gegen den Einbau von Funkwasserzählern einzulegen. Die Stadtwerke halten das für einen Sturm im …
Funkwasserzähler: Wolfratshauser Bürgerinitiative ruft zu Widerspruch auf
XXXLutz füllt eine Million Liter Wasser in Sprinkleranlage: So lang dauert‘s
Das ist gigantisch: Eine Million Liter Wasser muss in den Tank für die Sprinkleranlage des XXXLutz. Volker Michels verrät, wie lange es dauert, den Tank zu befüllen.
XXXLutz füllt eine Million Liter Wasser in Sprinkleranlage: So lang dauert‘s
Krämmel erläutert Details zum neuen Wohngebiet auf dem Geretsrieder Lorenzareal 
Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt  Korbinan Krämmel, Chef des Wolfratshauser Bauunternehmens, warum sich das riesige Bauprojekt in Geretsried um Monate verzögert.  
Krämmel erläutert Details zum neuen Wohngebiet auf dem Geretsrieder Lorenzareal 
Wegkreuz am Radwegübergang: Es wurde aus tragischem Grund aufgestellt
Der Brauch, am Wegesrand Kreuze aufzustellen, ist in Bayern fest verwurzelt. In Geretsried gibt es einige, die wir in einer Serie vorstellen. Heute: das Wegkreuz kurz …
Wegkreuz am Radwegübergang: Es wurde aus tragischem Grund aufgestellt

Kommentare