Ein Einsatz der Eurasburger Feuerwehr bei einem Wohnhausbrand im Ortsteil Berg
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Dieser Einsatz hatte es in sich: Fast 100 Feuerwehrleute bekämpften im April einen Wohnhausbrand im Eurasburger Ortsteil Berg.

Ein fast normales Jahr für die Feuerwehr

Brände halten Wehr in Atem - 219 Einsatzstunden im vergangenen Jahr

  • vonRudi Stallein
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Auch in der Corona-Pandemie muss die Feuerwehr da sein, wenn es brennt. In Eurasburg wurden die Ehrenamtlichen im vergangenen Jahr 30 Mal alarmiert.

Eurasburg – Es wäre ein Jahr wie jedes andere gewesen – ohne Corona. „Wenn man die Zahl der Einsätze betrachtet, war es ein normales Jahr“, fasst Johann Rammelmaier, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Eurasburg, in seinem Rückblick das Jahr 2020 zusammen. „Aber alles andere war wegen der Pandemie ungewohnt und bedurfte immer wieder ein neues Einstellen auf die jeweilige Situation.

Dies betraf – wie bei allen Wehren – vor allem den Übungs- und Ausbildungsbetrieb. Lediglich sechs reguläre Übungen konnten im vergangenen Jahr stattfinden. „Wann immer es mit den jeweils geltenden Einschränkungen möglich war, haben wir zumindest in Kleingruppen Übungen durchgeführt“, berichtet der Kommandant. „Als teilweise Kompensation zu dem im zweiten Lockdown nicht mehr möglichen Übungsbetrieb haben wir begonnen zum Thema Fahrzeug- und Gerätekunde kurze Schulungsvideos zu machen und über die WhatsApp-Gruppe der Feuerwehr an die Kameradinnen und Kameraden zu verteilen.“ Acht Einheiten waren es trotz Pandemie und zwei Lockdowns bei der Jugendfeuerwehr, der derzeit sechs Jugendliche angehören. „Die Jugendwarte Steffi Haberl, Jan Heerwald und Max Tschichoflos machen ihre Aufgabe außerordentlich gut“, lobt Rammelmaier. Am 13. Oktober organisierten sie einen Info- und Schnupperabend für den potenziellen Nachwuchs. Dabei habe man einige Interessierte ansprechen können – zwei Wochen später verhinderte der coronabedingte Stopp des Übungsbetriebs, dass aus dem Beschnuppern Mitgliedschaften hätten entstehen können.

Zwölf Brandeinsätze - „deutlich mehr als in den Jahren zuvor“

Unter den 30 Alarmierungen, die im vergangenen Jahr bei der Feuerwehr Eurasburg eingingen, waren ein Dutzend Brandeinsätze. „Das waren deutlich mehr als in den Jahren zuvor“, erklärt Kommandant Rammelmaier. Während der erste Alarm am Neujahrsmorgen bei einem großen ortsansässigen Unternehmen lediglich vom Rauch des Silvester-Feuerwerks in Kombination mit dichtem Nebel ausgelöst worden war, stellte das erste April-Wochenende eine besondere Herausforderung dar: Am Samstag, 4. April, gegen 10 Uhr wurde die Wehr zur Unterstützung des Rettungsdienstes der Wolfratshauser Feuerwehr gerufen. Eineinhalb Stunden später mussten sie zu einer „Rauchentwicklung im Freien“, die sich als ein nicht angemeldetes Räumfeuer entpuppte, in den Ortsteil Berg ausrücken.

Bedrohlicher Zimmerbrand in Berg

Bedrohlich wurde es am nächsten Tag bei einem ausgedehnten Zimmerbrand in einem Haus am Höhenweg in Berg. „Eine unzureichende Löschwasserversorgung stellte alle Einsatzkräfte vor Herausforderungen“, berichtet der Kommandant. So musste Löschwasser mittels Pendelverkehrs herangeschafft und teilweise aus einem Schwimmteich in der Nachbarschaft gefördert werden. Der Einsatz war erst gegen 23 Uhr beendet. Weil sich in der Dachdämmung Glutnester wieder entzündet hatten, waren in der Nacht und am Morgen des 6. April Nachlöscharbeiten nötig. Insgesamt wurden bei den 30 Einsätzen, 18 davon technische Hilfeleistungen, von den Aktiven 219 Einsatzstunden geleistet. rst

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