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Café statt Bauernhaus: Die Eurasburger Dorfmitte soll belebt werden. Streitpunkt im Gemeinderat war, wie viele neue Parkplätze nötig sind. „15 oder 18? Wenn das Café läuft, reichen auch 25 Plätze nicht, um die Autos von der Straße zu halten“, sagte Vize-Bürgermeister Roland Grünwald.

Marktlücke wird geschlossen

Café und Pension kommen in Eurasburgs Ortsmitte

Eurasburg – Ein Café mit Pension soll die Dorfmitte in Eurasburg beleben. Nach einer intensiven Diskussion über Parkplätze genehmigte der Gemeinderat den Bauantrag.

Dort in der Dorfmitte, wo derzeit ein marodes Bauernhaus alles andere als ein Hingucker ist, sollen ein Café und eine Pension entstehen. Im Erdgeschoss der geplanten Anlage an der Hauptstraße/Ecke Fischergaßl ist ein 70 Quadratmeter großes Café vorgesehen. Das Obergeschoss soll Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmer sowie drei Apartments für Touristen und Geschäftsreisende beherbergen.

„So etwas wird in Eurasburg gebraucht. Das ist absolut notwendig. Und von der Bebauung passt es voll rein“, zeigte sich Bürgermeister Moritz Sappl angetan von dem Bauvorhaben, bevor er mit einem gedehnten „aber“ die Diskussion um „die heikle Parkplatzsituation im Dorf“ anstieß. Dass so ein Projekt eine Bereicherung für das Dorf ist, darüber herrschte im Sitzungssaal des Rathauses Einigkeit. „Man kann nur unterstützen, wenn junge Menschen was machen. Dann kommt Bewegung rein“, sagte Peter Goepfert. „Das ist eine Marktlücke, die zu schließen der Gemeinde gut tut“, pflichtete Klaus Koch bei.

Trotz allgemeiner Befürwortung sei da ein kleines Hakerl, sagte Bürgermeister Sappl. Die Frage: Wie viele Parkplätze muss der Bauherr auf seinem Grund schaffen, damit dem Verkehrsaufkommen im Dorf Genüge getan ist? Aufgrund der heiklen Situation am Dorfplatz seien 18 Stellplätze erforderlich, 15 sind derzeit im Bauplan ausgewiesen. Die Stellplatzsatzung sieht derzeit für ein Vorhaben in dieser Größenordnung dagegen mindestens 14 Plätze vor. Die wären erreicht. „Das Projekt wegen drei Stellplätzen sterben lassen, geht nicht“, meinte Bernhard Bromberger. Vor einer weiteren „unkontrollierten Verkehrsbelastung“ warnte Stefan Bauer. „Ich hätt’s wirklich gern. Aber die Bauherren müssen sich an die Gegebenheiten anpassen. Und ich mag’s nicht mehr schönreden“, argumentierte der CSU-Gemeinderat.

„Ich weiß nicht, warum sich einer an parkenden Autos stört. Der Dorfplatz wird belebt, die Wirtschaft wird generiert“, machte Hans Urban deutlich, dass er das Vorhaben befürwortet. „Ich kann mich auch mit 15 Plätzen zufrieden geben“, pflichtete Petra Epp ihrem Parteikollegen bei.

„15 oder 18? Wenn das Café läuft, reichen auch 25 Plätze nicht, um die Autos von der Straße zu halten. Da können wir diskutieren, solange wir wollen“, stellte Zweiter Bürgermeister Roland Grünwald fest. Dem schloss sich Marcus Fichtner an. Jeder sei für das Projekt. „Aber wir tun uns selber weh. Ich bin sicher, dass 18 Plätze nicht ausreichen.“ Ralf Reichenberg schlug vor, die Verwaltung solle mit dem Bauwerber reden und dieser im November im Gemeinderat einen neuen Plan vorlegen. „Wir stehen im November nicht besser da“, befürchtete Alexander Seebald. „Ich tät’ heut zustimmen.“ Dem Vorschlag folgte der Gemeinderat schließlich mit 14:2 Stimmen.

von Rudi Stallein

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