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Wie es mit dem Kloster weitergeht, liegt auch an  den Beuerbergern. Die Diözese München-Freising sucht den Dialog. 

Grundsätzliche Aussage in der Ortswerkstatt 

Diözese will Kloster Beuerberg im Dialog mit den Bürgern entwickeln

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„Das Kloster ist ein gegenseitiger Prozess“: Das sagte Dr. Christoph Kürzeder von der Diözese vor wenigen Tagen in der Ortswerkstatt. Der Josefstrakt soll als Herberge dienen. 

Beuerberg Ursprünglich sollten Asylbewerber dort einziehen. Nun wird der sogenannte Josefstrakt des Klosters Beuerberg wohl in eine Herberge für Erholungsuchende umgewandelt. Das wurde bei der „Ortswerkstatt“ zu den geplanten „Sanierungsaktivitäten“ des Dorfkerns im Rahmen des Interkommunalen Entwicklungskonzeptes (ISEK) bekannt.

Vor knapp drei Jahren war mit der Renovierung des lange Zeit ungenutzten Klostertrakts begonnen worden. Dann ebbte der Flüchtlingsstrom ab, die geplanten 74 Wohnungen wurden nicht mehr benötigt, die Umbauarbeiten eingestellt. Nun gibt die Erzdiözese München und Freising Einblick in ihre weiteren Pläne mit dem langgestreckten Bau.

Im ersten Stock und im Obergeschoss entstehen Gästezimmer. „Zum Beispiel Familien, aber auch Alleinstehende, die Erholung suchen, sollen dort Zeit verbringen können“, erläutert Architekt Dionys Ottl, was mit „soziale Beherbergung“ gemeint ist. Einen klassischen Hotelbetrieb für Touristen werde es nicht geben, sondern eher eine karitativ betriebene Unterkunft.

Lesen Sie auch: Ortswerkstatt lockte über 90 Besucher an 

Das Erdgeschoss werde weitgehend entkernt und für Verwaltung und öffentliche Räume verwendet. Dort soll der Empfang für die Gäste der Herberge entstehen, aber auch ein Treffpunkt, eine Art Bindeglied, zwischen Dorfbewohnern, Besuchern und Kloster. Dazu schwebt den Gestaltern ein „Beuerberger Schaufenster“ vor. „Denkbar ist beispielsweise ein Café oder Bistro oder eine Krämerei, eine Art Dorfladen, wo man sich trifft und austauscht, und wo lokale Produkte verkauft werden könnten – natürlich nicht in Konkurrenz zu den restlichen Läden im Dorf“, skizziert Ottl seine Vorstellung von einem lebendigen Ort der Begegnung.

Dr. Christoph Kürzeder ist Theologe, Volkskundler und Leiter des Diözesanmuseums Freising. 

Der Bauantrag werde voraussichtlich im März oder April vorliegen, damit die „vorbereitenden Maßnahmen“ für die Neugestaltung bis Ende 2019 abgewickelt werden können. Die Fertigstellung ist für Sommer 2021 geplant, rechtzeitig zur 900-Jahr-Feier des Klosters. Dann soll auch der Bereich, in dem seit drei Jahren die wechselnden Ausstellungen stattfinden, für weitere Events und Veranstaltungen nutzbar sein. Den Aufenthalt im Kloster, so ergab die Auswertung der „Urnenwahl“ bei den bisherigen Ausstellungen (Besucher konnten mittels Bohnen abstimmen, was ihnen der Ort bedeutet), empfänden viele Besucher als „Erholung für Leib und Seele“, berichtet Dr. Christoph Kürzeder. Neben dem Kulturgenuss nutzten viele den Besuch zum Auftanken. Das soll künftig ausgebaut werden.

„Das Erdgeschoss des Klosters bleibt öffentlicher Bereich“, so Kürzeder. Dabei sehe er weiterhin das „Sammeln, Bewerten, Forschen und Präsentieren“ als vorrangige Aufgabe des Diözesanmuseums an. Aber die Vision lässt auch ein Standesamt oder einen Ort für Hochzeiten (wozu sich ein alter Festsaal eignen würde) möglich erscheinen. Ebenso seien regelmäßige Konzerte im Garten, im Festsaal oder in der ehemaligen Klosterkirche denkbar, sagte der Leiter des Diözesanmuseums Freising. „Wir sind mit dem Kloster immer noch in der Konzeptfindung“, betont Kürzeder und appelliert an die Bevölkerung, sich einzubringen. Denn „das Ganze funktioniert nur mit Menschen, die es annehmen und ausfüllen. Das Kloster ist kein reiner Dienstleister, es ist ein gegenseitiger Prozess“.

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