Kloster Beuerberg mit Kirche St. Peter und Paul.
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Die Kirche St. Peter und Paul wird nach jahrelanger Renovierung zum 900-jährigen Jubiläum geöffnet.

Kommune 1121 – Visionen vom guten Leben

Dorf und Kloster Beuerberg feiern dieses Jahr gemeinsam 900-jähriges Bestehen

  • vonRudi Stallein
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Im Kloster Beuerberg lebten im 12. Jahrhundert Augustinermönche. Ihnen wird eine Ausstellung gewidmet.

Beuerberg – Das Leben der Schwestern spielte in den bisherigen Ausstellungen im Kloster Beuerberg häufig eine große Rolle. Das ändert sich in diesem Jahr. Unter dem Titel „Kommune 1121. Visionen vom guten Leben – 900 Jahre Beuerberg“ rückt die Zeit vor den Salesianerinnen, also jene der Augustiner Chorherren, die das Stift am Hochufer des Flusses bis zur Auflösung im Jahr 1803 prägten, in den Mittelpunkt.

So die Pandemie es zulässt, eröffnet die Ausstellung am 1. Mai und dauert bis zum 1. November. „Die Augustiner bildeten im 12. Jahrhundert mit der Gründung als eine Gemeinschaft von Männern, die die Welt irgendwie verbessern wollten, ja auch eine Art Kommune“, erläutert Dr. Christoph Kürzeder, Direktor des Diözesanmuseums. „Es geht ja darum, dass die hier irgendwas auslösen wollten, in einer Gegend, die noch relativ unbewohnt war, dieses Urbanmachen des Landes, Aufbau der Infrastruktur, Entwicklung von Wirtschaft und Sozialem, von Bildung und Religion – deshalb haben wir uns für diesen Titel entschieden: Kommune 1121.“ Hier passe der Begriff ganz gut, meint Kürzeder. Weil man sehe, wie aus einem „religiösen Grundimpuls heraus diese Männer über die Jahrhunderte hindurch nicht nur sich selbst im spirituellen Leben verwirklichten, sondern eben auch in die Umgebung wirkten.“

Deshalb wolle die Ausstellung nicht nur Einblicke in die Gemeinschaft der Augustiner-Chorherren, in ihr Alltagsleben und ihren Tagesablauf geben, sondern auch allgemeinen Fragen nachgehen: Wie ist das Dorf organisiert? Wie ist die Abhängigkeit von den Bauern, von den Handwerkern? Wie sind die Wechselwirkungen zum Kloster? „All diese Dinge waren bisher nicht bekannt, oder es waren Quellen, die bisher nicht erschlossen waren“, betont der Museumsdirektor.

Deshalb solle passend zur Ausstellung ein großer Band das Leben in Beuerberg aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Bis zur Ausstellung sollen „zwei sehr wichtige Räume“, der Festsaal und der Prälatensaal, im Rahmen von Führungen präsentiert werden. Ebenso wie der „Kirchgang“, der nie für die Öffentlichkeit zugänglichen Verbindung zur angrenzenden Kirche St. Peter und Paul, die nach jahrelanger Renovierung zum 900-jährigen Jubiläum geöffnet wird.  

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