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Zu laut: Die vorbeifahrenden Autos in Achmühle.

Lärmschutz

Mauer muss Hecke ersetzen

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Der Verkehr auf der Durchfahrtsstraße rollt: Ein Ärgernis für die Anwohner in Eurasburg. Der Gemeinderat hat nun einen 2,50 Meter hohen Schallschutzzaun in Achmühle genehmigt. Und will sich weiter mit dem Thema befassen.

Eurasburg Der zunehmende Straßenverkehr bereitet dem Eurasburger Gemeinderat in letzter Zeit öfter mal Kopfzerbrechen. So mussten sich die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung zum wiederholten Mal beim Tagesordnungspunkt Bauanträge mit einer Lärmschutzwand beschäftigen, welche in den Satzungen der Gemeinde so überhaupt nicht vorgesehen ist.

Die Antragsteller möchten mit einem Schallschutzzaun den Verkehrslärm eindämmen, der von der Durchgangsstraße und vor allem morgens in der Früh auch von der unmittelbar angrenzenden Bushaltestelle auf ihr Grundstück an der Degerndorfer Straße dringt. Derzeit versuchen sie dies – wie viele Anwohner entlang der Staatsstraße 2370 – mittels einer Hecke. „Ich kann das nachvollziehen. Der Wunsch ist wegen der zusätzlichen Belastung durch die Busse in der Früh mehr als berechtigt“, zeigte Dritter Bürgermeister Ralf Reichenberg Verständnis für den Bauantrag. „So eine Hecke langt hier einfach nicht.“

Rechtsgrundlage fehlt

Das Problem: Der Antragsteller möchte seine Schutzwand 2,50 Meter hoch ziehen. Das widerspricht jedoch der Einfriedungssatzung, die nur Staketenzäune bis maximal 1,20 Meter Höhe erlaubt. „Geredet ist es leicht, aber hier fehlt die Rechtsgrundlage“, gab Peter Goepfert zu bedenken. „Die Gestaltungssatzung gibt’s nicht her. Darin gibt es das Wort Lärmschutz nicht.“

In der Januarsitzung des Gemeinderats war ein ähnlicher Antrag aus Beuerberg an der Satzung gescheitert. Hier kam erschwerend hinzu, dass der Schallschutz auf einem bereits vorhandenen Wall errichtet werden sollte, wodurch sich die Mauer insgesamt auf rund drei Meter aufgetürmt hätte. Damals äußerte Goepfert zwar Verständnis für den Wunsch des Antragstellers, stellte jedoch auch klar: „Es sollten nicht solche Monster sein.“ Auch Gemeinderat Marcus Fichtner konnte sich seinerzeit „in der Position eine Schallschutzwand in der Höhe nicht vorstellen“. Weil zudem der vorgelegte Bauplan lückenhaft war und aus dem Antrag nicht hervorging, aus welchem Material die Wand gebaut werden sollte, entschied der Gemeinderat mit 12:4 Stimmen dagegen.

Anders im aktuellen Fall, dem die Ratsmitglieder mit Hinweis auf die Lage an der Bushaltestelle eine besondere Brisanz zubilligten. Mit 14:0 Stimmen genehmigten sie den Bau des Schallschutzzauns, legten dem Antragsteller jedoch nahe, die Wand zu begrünen, „damit es nicht so wuchtig ausschaut“.

Zudem erging der Auftrag an den Bauausschuss, sich mit dem Thema zu beschäftigen. „Ich befürworte sehr, dass man eine Linie findet, die den Bau solcher Wände an der Staatsstraße in einer gewissen Höhe erlaubt“, sagte Gemeinderat Hans Urban. „Deshalb sollten Lärmschutzmaßnahmen in die Einfriedungssatzung aufgenommen werden.“

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