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Künstler mi t Leidenschaft: Der 2016 verstorbene Bildhauer Hans Kastler.  

Der Gorilla war sein Markenzeichen

Erinnerungsausstellung in Gedenken an Bildhauer Hans Kastler 

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Ein Jahr ist seit dem Tod des renommierten Bildhauers Hans Kastler vergangen. Um ihren Vater und sein Lebenswerk nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, bemüht sich seither seine Tochter Petra Welker, die Erinnerung aufrecht zu erhalten.

Eurasburg – „Er hat sein ganzes Leben der Kunst gewidmet und war in meinen Augen ein begnadeter Bildhauer“, schreibt sie auf seiner Homepage über ihren Vater. Zum Jahrestag seiner Beerdigung am 7. Oktober initiiert Petra Welker eine Erinnerungsausstellung mit 25 Klein-Plastiken im Eurasburger Rathaus. Zeitgleich erscheint ein Buch mit den Memoiren des 85-jährigen gebürtigen Oberösterreichers „Lebenserinnerungen – von der Klamschlucht in die Welt der bildenden Kunst“. Die Ausstellung im Eurasburger Rathaus öffnet am kommenden Samstag, 7. Oktober, um 17 Uhr. Zuvor findet im Kreis der Familie eine Gedenkfeier mit Gottesdienst in der Berger Kirche Sankt Margaretha statt.

Schnitzerschule markiert Beginn der Künstlerkarriere

Kastler erzählte einmal in einem Gespräch mit unserer Zeitung, wie sehr ihn als Kind Ludwig Ganghofers Buch „Die Herrgottschnitzer von Oberammergau“ faszinierte. Er ging später auf die Schnitzerschule in Hallein in Tirol – der Beginn einer langen und sehr erfolgreichen Künstlerkarriere. Hans Kastler war ein weltoffener und warmherziger Mensch, der amüsant über sein Leben erzählen konnte. Wie er zum Beispiel mit seinem Bronze-Schimpansen im Gepäck per Schiff nach New York fuhr oder mit Klein-Skulpturen im Koffer nach Sri Lanka. Den künstlerischen Durchbruch schaffte Kastler 1972 mit seiner Monumentalplastik aus Beton in Form einer Schlange, die mit ihren 22 auf sechs Meter die Haupttribüne der Ruderregattaanlage der Olympischen Spiele in München zierte – sein bis heute dimensional größtes Werk.

Kastler lebte und arbeitete als freischaffender Künstler fast ein halbes Jahrhundert in Eurasburg. Seine Kunstwerke aus Gips, Metall, Bronze und Stein sorgen dafür, dass der rührige Bildhauer mit seiner humorvollen Art für immer in Erinnerung bleibt.

Kastler wurde 1994 mit dem Kulturpreis der Stadt Wolfratshausen ausgezeichnet und erhielt für seine bildhauerische Leistung 2004 das Bundesverdienstkreuz. Kastler war ein Mensch, der mit sich und der Welt zufrieden war und die Tiere liebte. Sein Markenzeichen, der Gorilla, ist unsterblich und wird weiterhin wachsam auf Kastlers Erbe schauen.

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