Uneinigkeit in Eurasburg

Eurasburg: Bauprojekt sorgt für Unstimmigkeiten

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Ein Bauprojekt sorgt in Eurasburg derzeit beim Gemeinderat für Uneinigkeiten: Korrekturen über Korrekturen am Bauplan, Kritik am  Bauherrn - das bedeutet viel Gesprächsstoff für die Räte.

Eurasburg– Erst wurden aus den ursprünglich sechs genehmigten Wohneinheiten sieben. Dann rückte eine einzeln stehende Doppelgarage abweichend von der Baugenehmigung direkt ans Hauptgebäude. Die bereits gebaute zweigeschossige Garage an der Parkstraße hielt zudem die Vorgaben der gemeindlichen Garagen- und Stellplatzsatzung nicht ein, weil die darin erlaubte Wandhöhe von 3,50 Meter auf maximal 4,8 Meter ausgedehnt werden sollte. Der Eurasburger Gemeinderat verweigerte dem nachträglich eingereichten Tekturantrag das gemeindliche Einvernehmen.

Während eine Entscheidung des Kreisbauamts hierzu noch aussteht, sahen sich die Bürgervertreter in ihrer jüngsten Sitzung mit einer weiteren Korrektur im Bauplan konfrontiert – was die Räte wenig amüsierte. Nun soll – kurz gesagt – die Garage nicht mehr zum Abstellen von Kraftfahrzeugen genutzt werden, sondern im Untergeschoss ein Hobbykeller und im Erdgeschoss ein Hausmeisterraum sowie ein Abstellraum entstehen.

Damit unterliegt der Anbau nicht mehr der Garagen- und Stellplatzsatzung. Und weil die Parkplätze stattdessen neuerdings unmittelbar vor der (ehemaligen) Garage vorgesehen sind, ist der Stellplatznachweis auch für sieben Wohnungen erfüllt und eine Abweichung von der Satzung nicht mehr gegeben. Sollte das Kreisbauamt die so entstandene sogenannte „Nebenanlage“ nicht als untergeordnet ansehen, müsste noch eine zusätzliche Befreiung von der Festsetzung des Bebauungsplans hinsichtlich der Überschreitung der Baugrenze beantragt werden.

Eine Zustimmung dafür könne aus Sicht der Verwaltung nicht empfohlen werden, sagte Bauamtsleiter Joseph Wodak. Der Meinung waren auch die meisten Gemeinderatsmitglieder. „Es gibt einen genehmigten Bauplan, der wurde abgeändert. Jetzt stellt man fest, es funktioniert nicht“, sinnierte Zweiter Bürgermeister Roland Grünwald. „Ich kann dem nicht zustimmen.“

Andere reagierten deutlicher. „Wir werden an der Nase herumgeführt – das ist ein Trauerspiel“, ereiferte sich Marcus Fichtner. „Jeder, der normal baut, muss sich vergackeiert vorkommen.“ Als „reine Zeitverschwendung“ empfand Maria Urban jede Diskussion über das Bauprojekt, wenn man am Ende doch wieder vom Landratsamt überstimmt werde.

Der Einschätzung von Hans Urban, der Bauherr „verhalte sich doch korrekt“, widersprach Wodak entschieden. „Die Moral hinter der Geschichte spielt für uns keine Rolle, sondern nur das Baurecht“, so der Bauamtsleiter. „Die Bauherrin hat hinten raus gemerkt, dass sie Änderungen hätte melden müssen – formell ist es ein Schwarzbau“, stellte Wodak fest. Deshalb sei es „nicht wurscht“, wie der Gemeinderat entscheide.

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So sah es auch Alexander Sebald. „Die Bauherrin hat den Tekturantrag gestellt, nachdem Fakten geschaffen worden sind. Wir sollten deutlich machen, dass das nicht die Zustimmung der Gemeinde findet“, machte er seinem Ärger Luft. Und was die Moral angeht, hatte Ralf Reichenberg eine klare Meinung: „Wir haben gegenüber der anderen Bevölkerung sehr wohl eine moralische Verpflichtung.“ Mit 13:1 Stimmen entschied der Rat: Das gemeindliche Einvernehmen wird nicht erteilt.

rst

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