Google-Car fährt auf Hof von Grünen-Landwirt - dann wird es unangenehm
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Hans Urban, Landtagsabgeordneter der Grünen/Bündnis 90 aus Eurasburg (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) stieß mit einem Google-Street-View-Car zusammen.

Polizei ermittelt

Google-Auto fährt auf Hof von Grünen-Abgeordneten - dann eskaliert die Situation

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Auf dem Hof des Landtagsabgeordneten Hans Urban (Grüne) in Eurasburg fuhr ein Google-Street-View-Auto. Dann eskalierte die Situation komplett.

Update vom 17. Dezember 2019: Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Hans Urban eingeleitet. Der Anfangsverdacht gegen den Grünen-Abgeordneten hat sich erhärtet. 

Google-Auto fährt auf Hof von Grünen-Abgeordneten - dann eskaliert die Situation

Update vom 17. Oktober, 17.01 Uhr: Inzwischen sind die Ermittlungen der Polizei weiter fortgeschritten. Unseren Informationen nach filmte demnach die Kamera des Google-Street-View-Autos mit - und zeichnet offenbar ein ganz anderes Bild des Zusammenstoßes zwischen Grünen-Politiker Hans Urban und dem Google-Fahrer.

Ursprünglicher Artikel vom 16. Oktober 2019, 15.50 Uhr

Eurasburg – Auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Eurasburg ist es am Montagnachmittag laut Polizei zu einer „Streitigkeit“ gekommen. Nach ersten Erkenntnissen war der 25 Jahre alte Lenker eines sogenannten Google-Maps-Fahrzeugs auf den Hof gefahren. 

Ob bewusst oder versehentlich steht noch nicht fest. Es folgte laut Polizei eine Auseinandersetzung mit dem Landwirt (41) sowie dessen 48 Jahre alten Bekannten. Die zwei gaben gegenüber einer Streife zu Protokoll, von dem Google-Fahrzeug „angefahren und verletzt worden zu sein“, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim auf Nachfrage unserer Zeitung. 

Der Google-Mitarbeiter wiederum habe vor Ort erklärt, dass er von dem 41-Jährigen sowie dessen Bekannten „genötigt“ worden sei. Warum das Fahrzeug auf den Hof des Eurasburgers rollte, „dazu gibt’s konträre Aussagen“, so der Polizeisprecher. „Mehr lässt sich derzeit nicht sagen.“

Polizei Wolfratshausen führt die Ermittlungen nach Google-Zwischenfall mit Hans Urban

Die Ermittlungen führt die Polizeiinspektion Wolfratshausen. Im Raum stehen der Verdacht auf gefährliche Körperverletzung durch den Autofahrer beziehungsweise die mutmaßliche Vortäuschung einer Straftat sowie Nötigung durch die zwei angeblich Geschädigten.

Bei dem 41-jährigen Landwirt handelt es sich um den Grünen-Landtagsabgeordneten Hans Urban. Er reagierte am Dienstagnachmittag mit einer Pressemitteilung auf das Geschehen: „Ich wollte das Auto an der Durchfahrt über meinen Hof hindern. Dafür habe ich an der Fensterscheibe geklopft und den Fahrer gefragt, was er da macht.“ 

Grünen-Politiker Hans Urban: „Google-Mitarbeiter hat mich vor sich hergeschoben“

Er habe sich Kameraaufnahmen auf seinem Privatgelände verbeten und schließlich „vor das Auto gestellt“. Der Fahrer jedoch habe ihn, Urban, mit dem Pkw „langsam vor sich hergeschoben, bis ich gestolpert bin“. Schließlich habe ein Nachbar den Google-Mitarbeiter „mit einem Radlader am Wegfahren gehindert“.

Der Landtagsabgeordnete aus Eurasburg hat mit einer Anfrage an die Staatsregierung nach eigenen Worten „politisch auf den Vorfall reagiert“. Urban will unter anderem Antworten auf die Fragen: „Wie kann das sein, dass Google auf dem Privatgelände von bayerischen Bürgern seine Aufnahmen macht? Auf welcher Rechtsgrundlage basiert das, und wissen die Gemeinden und der Freistaat überhaupt davon?“

Grünen-Landwirt Hans Urban verlangt „Aufklärung“ von der Staatsregierung - was dürfen Google-Autos?

Der Grünen-Politiker verlangt von der Staatsregierung in seiner schriftlichen Anfrage „Aufklärung“. Er will unter anderem wissen, „welche Kartierung und Fotoaufnahmen“ die Firma Google, die ihren Firmensitz in Kalifornien/USA unterhält, erstellt. Und: „Wie unterstützt die Staatsregierung die Rechte der Grundbesitzer?“

Die Polizei legt Wert auf die Feststellung, dass die Auseinandersetzung auf Urbans Hof „wie immer in solchen Fällen neutral und sachlich“ von allen Seiten beleuchtet werde.

Lesen Sie auch zu Hans Urban: Grünen-Politiker Hans Urban: „Tempolimit auf A 95 heißt Leben retten“. Sowie: Hans Urban (Grüne) mahnt Staatsregierung: „Brauchen Alpenbus besser heute als morgen“.

cce

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