„Neue Zeiten – alte Werte?“ Die Fragen, die dem Ausstellungsbesucher auf seinem Rundgang gestellt werden, „sind natürlich zeitlos“, sagt Dr. Christoph Kürzeder, „aber sie sind jetzt wieder aktuell.“ 
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„Neue Zeiten – alte Werte?“ Die Fragen, die dem Ausstellungsbesucher auf seinem Rundgang gestellt werden, „sind natürlich zeitlos“, sagt Dr. Christoph Kürzeder, „aber sie sind jetzt wieder aktuell.“ 

„Tugendreich“

Neue Ausstellung im Kloster Beuerberg eröffnet Pfingsten

  • vonRudi Stallein
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Die neue Ausstellung im Kloster Beuerberg öffnet am Pfingstwochenende. Wegen der Corona-Pandemie müssen sich Besucher allerdings etwas umstellen.

BeuerbergAn diesem Samstag verwandelt sich das Kloster Beuerberg für ein paar Monate in ein „Tugendreich“. So lautet der Titel der neuen, mittlerweile fünften Ausstellung. Da wegen der Corona-Pandemie Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen noch verboten sind, öffnet die Ausstellung still und leise.

Durch Corona bekommt das Thema Tugenden eine besondere Aktualität. Nicht zufällig lautet der Untertitel der Ausstellung: Neue Zeiten – alte Werte? „Die Fragen, die wir hier stellen, sind natürlich zeitlos. Aber sie sind jetzt wieder aktuell in einer Gesellschaft, die sich in einem Moment der Selbstvergewisserung befindet“, sagte Dr. Christoph Kürzeder am Donnerstag im Rahmen eines Presserundgangs durch die Kreuzgänge. „Klosterleben bedeutet nicht Behauptung von Tugenden, sondern ein existenzielles Einlassen darauf“, so der Direktor des Diözesanmuseums in Bezug auf die derzeit manchmal „extremen Auswüchse einer Wertediskussion, die einfach Dinge behauptet“.

Intensiv mit dem Thema auseinandersetzen können sich die Besucher der Ausstellung, die auf zehn Tugenden aufbaut. Das sind zunächst die klösterlichen Grundtugenden, „die Eintrittsbedingungen“, Armut, Keuschheit und Gehorsam. Hinzu kommen die christlichen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung, „die heute oft mal so ein bisschen Seelen-Wellness bedeuten“. Dann sind da noch die „Kardinaltugenden“: Klugheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit und das Maßhalten. Aus aktuellem Anlass kommen sieben „Corona-Tugenden“ wie Geduld, Besonnenheit und innere Einkehr hinzu, die in einer Fotoserie im Kreuzgang dargestellt sind.

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Mehr als bisher bedienen sich die Ausstellungsmacher heuer technischer Möglichkeiten. Das „Hightech-Highlight“ wartet beim Thema Klugheit: Eine christliche Intelligenzstation, die Alter, Geschlecht und Stimmung des Betrachters erkennt – und ihm dazu passend eine Lebensweisheit von Ordensgründer Franz von Sales mit auf den Weg gibt. In einem „Gerichtssaal“ können Besucher sich in reale Fälle versetzen und als Richter oder Schöffe Urteile fällen.

Beim Rundgang machen auch Stammkunden immer wieder neue Entdeckungen: So hat sich der Likörkeller in den ursprünglichen Kapitelsaal zurückverwandelt. Das „Mobiliar“ lagerte im ersten Stock des Klosters und konnte nach einer alten Zeichnung exakt an seinen alten Platz eingepasst werden. „Das gehört zu den Beuerberger Wundern, die wir immer wieder erleben“, so Kürzeder.

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Extrem reduziert werden musste aus bekannten Gründen das Rahmenprogramm. Workshops würden je nach Möglichkeit kurzfristig organisiert. „Wir werden sehr spontan reagieren, die Veranstaltungen werden dann auf der Webseite des Diözesanmuseum angekündigt, erläuterte Johanna Eder. Führungen beschränken sich auf „Gartenführungen mit höchstens zehn Personen“, so die Kunstvermittlerin. Vorerst dürfen maximal 70 Besucher gleichzeitig durch die Räume und Kreuzgänge schlendern. Damit Wartende sich die Zeit vertreiben können, seien die voriges Jahr kreierten Themenspaziergänge rund um Beuerberg neu aufgelegt worden.

Die Klosterküche bietet im Refektorium 58 Sitzplätze und weitere im Biergarten sowie im Kreuzhof. „Die weiten Wege und der viele Platz im Kloster kommen uns in dieser Zeit zugute“, sagt Wirtin Maxi Denk. Ausstellung, Klosterladen und Klosterküche sind montags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Infos im Internet:

www.dimu-freising.de

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