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Nur eines von vielen Projekten: Im Ortsteil Bruggen soll bezahlbarer Wohnraum entstehen. Bis spätestens Ende 2019 muss die Planung stehen. „Sonst sind wir aus dem Förderprogramm raus“, sagt Bürgermeister Moritz Sappl.  

Viele Projekte stehen an

Top-Thema Trinkwasser

Was steht in der Gemeinde Eurasburg im Jahr 2018 an? Bürgermeister Moritz Sappl gibt einen Ausblick.

Eurasburg Beim Eurasburger Gemeinderat kommt dieses Jahr sicher keine Langeweile auf. Von der Sicherung der Trinkwasserversorgung über diverse Bauprojekte bis zur Friedhofserweiterung in Berg reichen die Projekte, die es laut Bürgermeister Moritz Sappl heuer voranzutreiben oder umzusetzen gilt.

Trinkwasser

„Das ist das Top-Thema in diesem Jahr“, sagt Moritz Sappl und hebt so die Dringlichkeit hervor, die die Sicherheit der Trinkwasserversorgung für die Gemeinde hat. Nach dem letzten Wasserrechtsbescheid des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen als zuständiger Wasserrechtsbehörde muss die Kommune künftig 50 000 Kubikmeter Wasser, die sie derzeit aus der sogenannten Münchner Wasserleitung bezieht, selber aufbringen.

Bis Ende März dieses Jahres soll ein Zwischenstand der Planungen bei der Behörde vorgelegt werden. Anfragen bei umliegenden Gemeinden seien negativ beschieden worden und zudem „technisch äußerst schwierig umzusetzen“, so der Bürgermeister. Ein hydrogeologisches Gutachten solle nun zeigen, ob es technisch möglich ist, die Kapazität des gemeindeeigenen Brunnens in Happerg, der derzeit 330 000 der jährlich benötigten 380 000 Kubikmeter liefert, zu erhöhen. „Die Alternative ist, einen weiteren Brunnen zu suchen“, sagt Sappl.

Hochwasserschutz

Eine Engstelle am Habichtgraben, die im Ortsteil Lengenwies das Wasser immer wieder über die Ufer treten lässt, beschäftigt die Gemeinde schon seit geraumer Zeit. Der letzte Vorschlag des Wasserwirtschaftsamts sah vor, die Brücke abzureißen und den Radweg tiefer zu legen. Dies wurde vom Gemeinderat abgelehnt. Der Radweg solle, bitte schön, weiterhin oben verlaufen. In der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag. 6. Februar, um 19 Uhr stellt das Wasserwirtschaftsamt den Gemeinderäten und der Öffentlichkeit einen neuen Plan vor. Mit der Sanierung des Bachbetts soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Wohnungsbau

Vermutlich noch für einige Diskussionen wird das gemeindeeigene Bauvorhaben in Bruggen sorgen, ehe Gemeinderat und Anwohner auf einen Nenner kommen. Derzeit ist das Architektenbüro Kottermair-Rebholz in Murnau damit beschäftigt ihr ursprüngliches Modell – bestehend aus acht Wohnungen, aufgeteilt auf zwei Häuser – zu modifizieren. „Dann muss der Gemeinderat sagen, was er will“, erklärt der Bürgermeister. Ziel für dieses Jahr sei es, die Bauplanung soweit voranzubringen, dass das Projekt bis spätestens Ende 2019 genehmigungsfähig ist und mit dem Bau begonnen werden kann. Sappl: „Sonst sind wir aus dem Förderprogramm raus.“

Brandschutz

Aus Brandschutzgründen muss das Feuerwehrhaus in Eurasburg umgebaut werden. Der Schulungsraum im Obergeschoss wird zurückgebaut und künftig im Erdgeschoss untergebracht, wo auch ein neuer Spindraum entsteht. Zudem wird am Bauhof ein Waschplatz angelegt. Rund 250 000 Euro soll der Umbau, der sich laut Sappl „in der Ausschreibungsphase“ befindet, kosten. Bis Ende dieses Jahres sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein.

Nahversorger

Begonnen werden soll in diesem Jahr mit dem Bau der Wohnhäuser samt integriertem Supermarkt auf dem Grundstück an der Albert-von-Ihring-Straße/Ecke Beuerberger Straße. Dazu liegt ab kommenden Donnerstag, 8. Februar, bis Montag, 12.  März, der Bebauungsplan für die Öffentlichkeit zur Einsicht im Bauamt aus.

Parallel wird an den notwendigen Verträgen zwischen Gemeinde und Investor gefeilt. „Das ist städtebaulich eine Herausforderung“, beschreibt Sappl die mit dem privaten Bauvorhaben einhergehende Umgestaltung des Bereichs zwischen Rathausplatz und Schule. Dazu wurde bereits ein Straubinger Planungsbüro mit der Gestaltung eines Verkehrskonzepts beauftragt.

Friedhofserweiterung

Weiter vorangebracht werden soll die Erweiterung des Friedhofs im Ortsteil Berg. Die dafür erforderliche Flächennutzungsplanerweiterung ist abgeschlossen. Vorentwürfe zur Ausgestaltung des Areals, das die bisherige Fläche in etwa verdoppelt, lägen in mehreren Varianten vor, erläutert der Bürgermeister. Bis 2020 solle die Erweiterung fertiggestellt sein.

Baugebiet Höhenweg

Ebenfalls 2020 könnten zwei Straßen entfernt am Höhenweg in Berg die ersten neuen Häuser gebaut werden. Die Gemeinde hat dort eine Fläche von zirka 4000 Quadratmetern erworben, die in Bauland umgewandelt und für ein Einheimischenmodell oder Ähnliches zur Verfügung gestellt werden soll. Bevor es so weit ist, müssen der Flächennutzungsplan geändert, ein Bebauungsplan aufgestellt und die Beseitigung von Schmutz- und Niederschlagswasser gewährleistet sein, was laut Sappl den Bau eines Rückhaltebeckens erfordert.

Entwicklungskonzept

Ein weiteres Thema, das die Gemeinde dieses Jahr beschäftigen wird, ist laut dem Rathauschef die Erstellung eines „Integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK)“ als Grundlage für das gemeinsam mit der Nachbargemeinde Münsing beantragte Städtebauförderprogramm. „Dabei geht es darum, fachlich kompetent die Ortskerne in Eurasburg und Beuerberg zu analysieren und entsprechende Projekte zu entwickeln, die zur Aufwertung der Ortskerne beitragen – in Eurasburg beispielsweise den Rathausplatz, in Beuerberg die Umnutzung des Klosters und die Sanierung der gesamten Königsdorfer Straße.“

Großprojekte

Mit dem im vorigen Jahr viel diskutierten Sportzentrum mit Kunstrasen und neuer Turnhalle, dem Radweg nach Baierlach und der noch immer im Raum stehenden Schulhaus-Zusammenlegung reihen sich gleich mehrere Millionenprojekte auf der Warteliste. „Wir müssen hier Prioritäten festlegen und entscheiden, welches dieser Großprojekte dann ab 2021 umgesetzt werden soll“, sagt Sappl.

Jubiläen und Feste

Voraussichtlich am Pfingstwochenende präsentiert das Kloster Beuerberg die Ausstellung „Klausur“ in überarbeiteter Form. Die Eröffnung fällt in ein Festwochenende vom 17. bis 21. Mai aus Anlass des 20. Bezirksmusikfestes, das heuer in Eurasburg stattfindet – mit Oldtimertreffen, Musik und einer Trachtenmodenschau. Am 19. Mai feiert der Tennisclub „40 Jahre Tennis in Eurasburg“. Am ersten Juli-Wochenende lädt der Burschenverein in Beuerberg zu „50 Jahre Inselfest“ ein – bei schlechtem Wetter eine Woche später. Am 14. Juli begeht der Sportverein Eurasburg-Beuerberg sein 70-jähriges Bestehen. Eine Woche später, am 21. Juli, feiert der Trachtenverein sein 70-jähriges Jubiläum.

Rudi Stallein

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