Mobilfunkmast auf grüner Wiese
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So weit draußen soll nach Meinung des Eurasburger Gemeinderats der neue Funkmast entstehen.

Nach mehreren abgelehnten Anträgen

Gemeinderat winkt Funkmast am Ortsrand von Beuerberg durch

  • vonRudi Stallein
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Möglichst weit weg von der Bebauung: Unter dieser Prämisse hat der Gemeinderat Ja zu einem 30 Meter hohen Funkmast gesagt.

Eurasburg – In schöner Regelmäßigkeit kommt die Deutsche Funkturm GmbH auch in der Gemeinde Eurasburg mit einem neuen Standort für einen alles überragenden Mobilfunkturm daher. Ebenso oft stimmte der Gemeinderat in der Vergangenheit dagegen. Nun war es wieder einmal soweit: Am Ortsrand von Beuerberg, südlich des Feuerwehrhauses, soll ein 30 Meter hoher Stahlgittermast aufgestellt werden. Dieses Mal erteilte der Rat dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen – allerdings denkbar knapp mit 9:8 Stimmen.

Ein schöner Anblick wird es nicht

Der Antragsteller war zuletzt mit zwei Standortvorschlägen gescheitert: Einen Sendemast am Feuerwehrhaus wollte der Gemeinderat ebenso wenig wie nahe der Königsdorfer Straße im Bereich der Münchner Wasserleitung. Möglichst an den Ortsrand gedrängt, weit weg von den Häusern – so lautete der „Arbeitsauftrag“ an den Bürgermeister. Der darf den nun favorisierten Standort als Erfolg seiner Gespräche mit dem Betreiber verbuchen. „Das ist die am weitesten vom Ort entfernte Stelle, die man gefunden hat“, sagte Moritz Sappl. „Ich hoffe, dass es optisch erträglich wird.“

Daran zweifeln die meisten. „Eine Augenweide wird das nicht“, meinte Marcus Fichtner (Gemeinsame Wählervereinigung). „Das ist kein schöner Anblick, daran müssen wir uns gewöhnen“, sagte Maria Urban (CSU). „Aber wir leben nun mal nicht mehr in der Steinzeit, sondern im Digitalzeitalter.“

Die Grünen wollen den Mast noch weiter weg

Vor allem die Vertreter der Grünen zeigten sich unzufrieden mit dem ganzen Prozedere, das der Mobilfunkpakt Bayern mit sich bringt. „Man hat die Kommunen bei der Bereitstellung des Mobilfunknetzes allein gelassen“, schimpfte Hans Urban. „Wir sollen jetzt Verantwortung übernehmen dafür, dass die Planung jahrzehntelang verschlafen worden ist.“ Er werde deshalb den Standort entschieden ablehnen. Ebenso hielt es Klaus Koch. Dieser monierte, den Betreibern werde „zu viel entgegengekommen“ und forderte: „Diese Unternehmen muss man scharf packen.“ Jedenfalls gehöre der Turm „weiter weg“.

Hubert Zwick (Freie Wählerschaft Achmühle) gab zu bedenken: „Je weiter in den Wald, desto höher schaut er raus.“ Peter Goepfert (Unabhängige Wähler) äußerte zwar Unmut in Richtung der Grünen, weil er „nichts von ihnen gehört“ habe, als man ihm in Impleiten einen solchen Turm in die Nachbarschaft gestellt habe. Ansonsten zeigte er sich aber mit Koch auf einer Wellenlänge: „Diese Arroganz, wie man mit uns umgeht von Seiten der Konzerne, das ist zum Kotzen“, wetterte Goepfert.

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Alexander Sebald (Herrnhauser Liste) sieht in dem jetzigen Standort „die einzige Möglichkeit. Diese Kröte müssen wir schlucken.“ Ähnlich argumentierte Marcus Fichtner: „Wir können hier ewig weiterdiskutieren. Fakt ist: Wir können machen, was wir wollen, der Turm wird da gebaut.“

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