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Trübe Stimmung im Traditionslokal: Der Landgasthof Berg schließt am Sonntag für ein paar Wochen. Danach wird es nur noch Kaffee, Kuchen und eventuell kleine Tagesgerichte geben.

Zu viel Bürokratie

Im Landgasthof Berg bleibt die Küche kalt

  • vonRudi Stallein
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Am 1. März schließt das Traditionslokal. Ab Ostern gibt’s nur noch Kaffee und Kuchen

Eurasburg – Vor knapp einem Jahr schloss in Münsing das Gasthaus Limm nach 100 Jahren die Türen. In Wolfratshausen sucht der Brückenwirt seit Monaten einen neuen Pächter. Nun ist auch im Landgasthof Berg der Ofen aus. Zumindest vorübergehend. Zwar verschwindet die Traditionswirtschaft wohl nicht völlig von der gastronomischen Landkarte, aber mit dem klassischen Gastronomiebetrieb soll erst mal Schluss sein.

Hans FischhaberDer Gastronom hadert mit der Politik und der Bürokratie.

Ab dem 1. März ist das Ausflugslokal im Eurasburger Ortsteil Berg für ein paar Wochen geschlossen. Noch vor Ostern soll es zwar weitergehen, jedoch mit einem stark veränderten Angebot. „Zu jeder Tages- und Nachtzeit warmes Essen, das gibt’s nicht mehr“, sagt Hans Fischhaber junior. „Ein bisserl Kaffeebetrieb, eventuell ein kleines Tagesgericht“, skizziert der Wirt des Landgasthofs ein mögliches Konzept für die Zukunft.

Es klingt viel Frustration und Verärgerung durch, wenn der 48-Jährige die Gründe für seine Entscheidung erläutert. Zum einen habe sich das Gästeverhalten verändert. Salopp gesagt: Am Wochenende rennen sie ihm die Bude ein, aber unter der Woche kommt kaum jemand zum Essen. „Die Leute gehen das ganze Jahr nicht in die Wirtschaft und wundern sich dann, wenn sie zur Kommunion keinen Platz mehr finden, wo sie feiern können“, so Fischhaber sarkastisch. Am meisten mache ihm jedoch das ganze Drumherum zu schaffen, der Berg an Verwaltungsarbeit beispielsweise, der in den vergangenen Jahren ständig zugenommen habe. „Uns hat man alles aufgedrückt“, stöhnt der Wirt, der das Lokal mit einer kurzen Unterbrechung seit 1994 betreibt. „Mit dem Rauchverbot hat’s angefangen, danach blieben die Stammtische aus.“

Die aktuell schwierige Personalsituation tue ein Übriges. Für 1400 bis 2000 Euro netto wolle heute niemand mehr in der Gastronomie arbeiten. Hinzu komme eine schwer nachvollziehbare Steuerpolitik, die beispielsweise von einem Catering-Betrieb („der irgendwo im Industriegebiet 500 bis 600 Essen am Stück produziert“) nur sieben Prozent Mehrwertsteuer verlange, während jeder Gastwirt 19 Prozent zahlen müsse. „Da stimmt’s hinten und vorne nicht“, kritisiert der Gastwirt eine Politik, die ihn zu dem Schluss kommen lässt: „Deutschland will keine Gaststätten auf dem Land.“

Genervt vom immer aufwendigeren Bürokratismus, frustriert von der immer schwierigeren Personalsituation stand für Fischhaber irgendwann fest: „So nicht mehr mit mir!“ Nun steht erst mal eine Ruhepause ins Haus. In der Zeit wolle er sich Gedanken machen, wie es in Zukunft konkret weiter geht. Zimmer mit Frühstück können in jedem Fall wie bisher gebucht werden. Und ziemlich wahrscheinlich wird man auch weiterhin im Sommer von der Gartenterrasse den herrlichen Panoramablick auf die Berge genießen können. Bei Kaffee und Kuchen, denn beim Sonnenuntergang könnten die Gartenstühle schon hochgeklappt sein. Am Abend soll früher geschlossen werden.

Bewirten werde er auch weiterhin die Beerdigungen. Der Friedhof liegt schließlich gegenüber auf der anderen Straßenseite und zum Leichenschmaus braucht’s selten mehr als Kaffee, Kuchen und hinterher ein Bier. Für eine bereits gebuchte Wahlveranstaltung der Gemeinsamen Wählervereinigung öffne er auch, so Fischhaber – „mit Getränken“.

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Ansonsten, so eine Idee, könne er sich vorstellen, für größere Veranstaltungen das Lokal als „Event-Location“ anzubieten. Er selbst steuere die Getränke bei. „Für das Essen vermittle ich dann einen Partyservice“, sagt Fischhaber. „Mit denen können wir nicht konkurrieren – dafür haben wir den falschen Steuersatz.“

rst

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