Hinter der Bergbauernkapelle soll der neue Funkmast nun aufgestellt werden – inwieweit in den Wald hinein oder an den Hang ist noch nicht entschieden.
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Hinter der Bergbauernkapelle soll der neue Funkmast nun aufgestellt werden – inwieweit in den Wald hinein oder an den Hang ist noch nicht entschieden.

Gemeinderat reagiert auf Protest

Eurasburg: Mobilfunkmast soll im Wald verschwinden

  • vonDominik Stallein
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Gegen den geplanten Mobilfunkmast an der denkmalgeschützten Bergbauerkapelle in Beuerberg gab es Protest. Die Gemeinde Eurasburg suchte nach einer Alternative.

  • Ein Mobilfunkmast soll in Beuerberg aufgestellt werden
  • Der Standort an der denkmalgeschützten Bergbauerkapelle sorgte für Protest
  • Nun soll der Mast in den Wald verschoben werden

Eurasburg – Im Streit um den geplanten Mobilfunkmast in Beuerberg zeichnet sich eine Lösung ab. Zwar wird der 30 Meter hohe Stahlgitterturm weiterhin nahe dem ursprünglich vom Gemeinderat mit 9:8 Stimmen bewilligten Standort bei der denkmalgeschützten Bergbauerkapelle errichtet werden. Aber er rückt von der grünen Wiese in den Hintergrund, nämlich ein gutes Stück in den Wald hinein.

Dies wurde möglich durch das Entgegenkommen des Waldbesitzers. Und dieses Mal fiel der Beschluss des Gremiums einstimmig aus. Andernfalls hätte man sich mit dem ursprünglichen Standort wohl oder übel abfinden müssen.

Zwei Standortalternativen für Mobilfunkmast

Nachdem der Gemeinderatsbeschluss aus der Novembersitzung bekannt geworden war, hatte sich unter der Dorfbevölkerung massiver Protest breitgemacht, der wie berichtet in einen Bürgerantrag mündete. Infolgedessen hatte Bürgermeister Moritz Sappl erneut das Gespräch mit der Deutschen Funkturm GmbH gesucht, um über die neuerliche Lageänderung zu beraten und einen besseren Standort zu finden. Dabei ergaben sich zwei Alternativen: erstens, den Turm am Waldrand rund zwölf Meter nach Nordwesten zu versetzen. Oder zweitens, ihn etwa 50 Meter weg vom ursprünglichen Platz in den westlich angrenzenden Wald zu verschieben. Zudem werde eine dritte Variante noch auf Machbarkeit geprüft – nämlich noch weiter, im Idealfall bis zu 100 Meter, in den Wald hineinzugehen. „Optisch würde sich dadurch viel ändern, gesundheitlich eher nichts“, erklärte Bauamtsleiter Joseph Wodak.

Das „Verstecken“ des Mobilfunkmasts im Wald ist an eine Bedingung geknüpft. „Der Grundstückseigentümer erwartet für sein Entgegenkommen vom Gemeinderat Rückendeckung“, berichtete der Bürgermeister von seinen Verhandlungen. Und zwar in Form eines einstimmigen Beschlusses – was nach den Anfeindungen, die seit Bekanntwerden des Ratsbeschlusses den Dorffrieden störten, nur zu verständlich ist. Zudem müssen die Telekom sowie die Gemeinde für die entstehenden Kosten aufkommen. Für die Kommune belaufen sich diese auf „maximal 10.000 Euro“, wie Sappl versicherte.

„Dass das zustande gekommen ist, ist eine Leistung des Bürgermeisters“

Hubert Zwick erinnerte daran, dass diese Variante – den Mast so weit wie möglich an den Hang und in den Wald zu schieben – „das ist, was wir uns schon im Oktober haben vorstellen können“. Jakob Koch wertete die neue Lösung „letztlich als einen Gewinn der Bürgerinnen und Bürger“. Er hoffe, dass deren Engagement anhalte. „Den Kerngedanken: Man kann mitgestalten, sollte man hinaustragen“, so der Fraktionssprecher der Grünen.

Diesen Gedanken des jüngsten Rundenmitglieds konnte der Dienstälteste im Gemeinderat so nicht teilen. Er, der aus gesundheitlichen Gründen bisher jeden Mobilfunkmast abgelehnt habe, stimme dieses Mal „selbstverständlich zu“, sagte Peter Goepfert. Und er sah sich aufgefordert, klarzustellen: „Dass das zustande gekommen ist, ist eine Leistung des Bürgermeisters, der immer wieder verhandelt hat – und nicht Bürgerleistung.“

Einstimmig entschied sich das Gremium für die „Alternative 2“ und erteilte ebenfalls der noch zu klärenden Option, den Mast womöglich noch weiter in den Wald zu schieben, schon vorab ihr Einverständnis. „Das hat nur funktioniert, weil ein Einheimischer gesagt hat: ,Ich helfe Euch‘“, fasste Bürgermeister Sappl zusammen und betonte: „Was nicht passieren darf, ist, dass er hilft und anschließend in die Pfanne gehauen wird.“

rst

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