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Sexuelle Belästigung? 60-Jähriger schlägt Hundehalter ins Gesicht

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Von: Peter Herrmann

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Ein Bayrischzeller wurde wegen  Fahrerflucht verurteilt.
Zwei Hundehalter gerieten in Eurasburg aneinander. Weil einer handgreiflich wurde, endete die Sache vor dem Amtsgericht © dpa (Symbolbild)

Bei einer Gassi-Runde traf ein 60-Jähriger auf einen anderen Hundebesitzer. Der fasste seiner Begleiterin an die Hüfte - der Eurasburger verlor die Kontrolle.

Wolfratshausen/Eurasburg – Wegen Körperverletzung musste sich ein 60-jähriger Mann vor dem Amtsgericht verantworten. Am 19. September 2021 wurde er im Streit mit einem Hundebesitzer handgreiflich. Die Klärung des Konflikts gestaltete sich auch zehn Monate nach dem Vorfall schwierig.

Eurasburg: Sexuelle Belästigung? 60-Jähriger schlägt Hundehalter ins Gesicht

Der Angeklagte gab an, dass er und seine Lebensgefährtin bei einer Gassirunde zwei kleine Hunde an der Leine führten. Kurz vor einer Bank auf dem Schlossberg in Eurasburg stürmte der Dackel eines 54-Jährigen auf die zwei Tiere zu. Beim Versuch, die Vierbeiner wegzuziehen, verhedderte sich die Frau mit den Leinen.

Der andere Hundebesitzer versuchte daraufhin, sie aus der Notlage zu befreien. Dies wiederum wertete der Angeklagte zunächst als sexuelle Belästigung. „Er packte sie an den Hüften: Das geht einfach nicht“, gab er zu Protokoll. Deshalb ging der Eurasburger laut schimpfend dazwischen und wischte dem 54-Jährigen mit seiner Hand übers Gesicht.

Amtsgericht: Körperverletzung - Angeklagter schlägt in Eurasburg zu

„Plötzlich bemerkte ich, dass ich im Gesicht blutete“, erinnerte sich das Opfer. In Absprache mit einem herbeigeeilten Passanten entschloss er sich, die Polizei zu alarmieren. Danach suchte der Hundebesitzer die Wolfratshauser Kreisklinik und einen Tag später seinen Hausarzt auf. Warum neben den Kratzern auch eine innere Blutung an seinem Auge auftauchte, konnte in der Verhandlung nicht geklärt werden.

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Wolfratshausen: Streit von Hundehaltern eskaliert

In einem kurzen Rollenspiel mit Richter Helmut Berger und dem Staatsanwalt stellte das Opfer die Auseinandersetzung nach. Die Behauptung des Angreifers, die Verletzungen könnte auch ein Hund verursacht haben, waren nicht haltbar. Berger schlug dennoch vor, das Strafverfahren gegen eine Geldauflage einzustellen, um den Angeklagten eine weitere Fortsetzung des Streits mit dem Verhör mehrerer Zeugen zu ersparen. „Ich habe etwas Besseres zu tun, als einen Streit zwischen zwei Hundebesitzern zu verhandeln: Da gibt es Wichtigeres“, befand er.

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Nach einer kurzen Beratung mit seiner Rechtsanwältin Michaela Schmidt-Eberth erklärte sich der 60-jährige Angeklagte schließlich bereit, 800 Euro an den Tierschutzverein Wolfratshausen-Geretsried und Umgebung zu zahlen.  ph

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