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Die Diagnose Krebs trifft die allermeisten Patienten wie ein Keulenschlag: Auch im Fall der 51-jährigen Natascha war das so. Doch die Eurasburgerin kämpft ums Überleben – auch für ihren neunjährigen Sohn. 

„Ich will einmal Omi sein dürfen“

So kämpft Krebspatientin Natascha um ihr Leben

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Die Familienkrebshilfe „Sonnenherz“ ruft dazu auf, eine Eurasburgerin zu unterstützen, die seit vier Jahren um ihr Leben kämpft. Ihr Sohn ist neun Jahre alt. 

Eurasburg– Im Jahr 2016 stellte sich Nataschas Leben komplett auf den Kopf. Ärzte diagnostizierten bei der Eurasburgerin ein Bronchialkarzinom und gaben ihr nur noch wenige Wochen zu leben. Das wollte die 51-Jährige so nicht akzeptieren, sie wollte beweisen, „dass unheilbar heilbar ist“, und machte sich auf einen steinigen Weg.

Mehrere Zyklen Chemotherapie folgten, dazu Bestrahlungen und mehrwöchige Krankenhausaufenthalte. Der Chemiecocktail, der die Krebszellen in ihrem Körper abtöten sollte, schwächte Natascha – körperlich wie mental. „Ich bin schnell erschöpft, kraftlos und aus der Puste“, erzählt sie. Zudem leidet sie unter Juckreiz, Gürtelrose und hartnäckigen Durchfällen. „Es gibt kaum eine Nebenwirkung, die an mir vorbeiging.“ Auch ihre Haare verlor sie – und schließlich ihren Mann, der sich in dieser schweren Zeit von ihr trennte.

Das ursprüngliche Bronchialkarzinom hat inzwischen Metastasen im Gehirn, in der Leber und in der Milz gebildet. Auch einige Lymphknoten sind betroffen. Trotzdem bleibt die 51-Jährige optimistisch. Aufgeben ist für die 51-Jährige keine Option – auch wegen ihres neunjährigen Sohns. „Ich will überleben und kämpfe jeden Tag dafür“, sagt sie. Ein Kampf, der sie bisweilen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit führt und der alleinerziehenden Mutter Angst einflößt.

„Sonnenherz“ prüft alle Angaben sorgfältig

Hinzu kommen finanzielle Sorgen. Der Krebs machte Natascha arbeitsunfähig, sie verlor ihre Stelle. Eineinhalb Jahre suchte sie nach einem Minijob sowie einer bezahlbaren Wohnung – beides ohne Erfolg. Potenzielle Arbeitgeber und Vermieter schüttelten den Kopf, sobald sie von der Krankheit erfuhren. Das Geld für die Miete ihrer aktuellen Wohnung, für die Neben- und laufenden Lebenshaltungskosten sowie für die nötigen Medikamente kann sie alleine nicht vollständig aufbringen.

In ihrer Not wandte sich die Eurasburgerin an die Familienkrebshilfe Sonnenherz. Christian Neumeir hat die gemeinnützige Unternehmergesellschaft mit Sitz in Mauern bei Moosburg 2017 gegründet. „Anlass war die Leukämie-Erkrankung eines dreijährigen (inzwischen genesenen) Mädchens in meiner Nachbarschaft“, sagt der Initiator und Geschäftsführer. „Ich wollte einfach helfen.“

Seitdem wächst die Organisation stetig, derzeit hat sie acht Mitarbeiter. Dank seiner Projekte und Benefizveranstaltungen konnte Sonnenherz allein im Jahr 2018 sechs von der Krankheit betroffene Familien mit insgesamt über 91 000 Euro unterstützen.

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„Wie die meisten Patienten“, so Neumeir, habe sich auch Natascha zunächst schriftlich an seine Organisation gewendet. „Das war Ende 2019.“ Eine Kollegin habe sich dann ein Bild vor Ort gemacht – und festgestellt, dass Hilfe dringend nötig ist. Neumeir legt Wert auf die Feststellung, dass Sonnenherz alle Angaben prüft. „Das beinhaltet auch den Einblick in Patientenakten oder in den Schriftverkehr mit Behörden.“ Im Fall der Eurasburgerin bittet die Organisation um Spenden, um Nataschas Schicksal und das ihres Sohnes „etwas zu erleichtern“.

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Natascha hat eine große Hoffnung: „Ich wünsche mir, dass ich irgendwann nicht nur Oma werden darf, sondern auch, dass ich auch Omi sein kann.“ Was ihr zudem täglich aufs Neue Kraft zum Überleben, zum Weiterleben gibt, ist neben ihrem Sohn ein soziales nachbarschaftliches Netzwerk, das sie sich aufgebaut hat.

Info

Wer Natascha und ihrem Sohn helfen möchte, kann dies durch eine Spende auf das Konto der Familienkrebshilfe Sonnenherz tun. IBAN: DE82700222000

020267984. BIC: FDDODEMMXXX. Fidorbank München, Verwendungszweck: „Eurasburg hilft“.

Wer eine Spendenbescheinigung wünscht, sollte im Verwendungszweck zusätzlich seine vollständige Adresse angeben. Weitere Informationen unter www.fkh-sonnenherz.de oder bei Christian Neumeir, Telefon 0 87 64/9 49 86 24.

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