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Ein Vollsortimenter soll in Eurasburg entstehen. Kleinere Läden sorgen sich deshalb um ihre Existenz. 

Supermarkt nimmt nächste Hürde

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Das Projekt „Eurasburg, Einzelhandel“, wie es im Bebauungsplan heißt, geht in die nächste Runde. Nachdem zuletzt ein städtebaulicher Vorvertrag mit dem Investor Ten Brinke über den Bau von einigen Wohnhäusern mit integriertem Supermarkt auf den Weg gebracht worden war, fasste der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag den Billigungs- und Auslegungsbeschluss.

Eurasburg – Zu Diskussionen führten vor allem Bedenken hinsichtlich der Überlebenschancen der kleineren Läden und Nahversorger in der Gemeinde. Bürgermeister Moritz Sappl teilte zu Sitzungsbeginn mit, dass ihm am selben Tag „von einem Bürger, der namentlich nicht genannt werden will, weil er sich auch vor keinen politischen Karren spannen lassen will“ eine Unterschriftenliste überreicht worden war. Darin sprechen sich 300 Bürger für den Erhalt der bestehenden Nahversorgung in Beuerberg aus. „Er wolle nur darauf hinweisen, dass man mit den bestehenden Anbietern sorgsam umgehen soll“, trug Sappl das Anliegen vor.

Der Gemeinderat hatte in der Sitzung die Bedenken und Anregungen zu behandeln, die während der ersten öffentlichen Auslegung des Bebauungsplan eingegangen waren. 20 Positionen, teilweise mit bis zu zehn Unterpunkten, enthielt die Sammlung. Die mehrfach vorgebrachte Forderung nach der Erstellung eines Verkehrskonzepts fand im Gemeinderat widerspruchslos Zustimmung. Sorgen bereitet das Großprojekt weiterhin den kleinen Läden vor allem in Beuerberg, die ihre Existenz durch den geplanten Supermarkt gefährdet sehen.

Deshalb regt der bestehende „Nah und Gut“-Markt an, festzuhalten, das zwischen dem in Eurasburg geplanten Vollsortimenter und den bestehenden Lebensmittelläden kein Verdrängungsmarkt entstehen darf. Vielmehr sollten sich diese gegenseitig unterstützen. Andernfalls, so kündigt „Nah und Gut“ an, müsse man das Geschäft Ende 2019/20 schließen. Bürgermeister Sappl hielt dem entgegen, dass es ein Nebeneinander geben werde, „wenn man weiterhin unternehmerisch tätig ist“ und die 300 Bürger, die die eingangs angesprochene Liste unterschrieben haben, „auch weiterhin beim Huber kaufen“.

Die Befürchtung der Verdrängung sei „nach heutigem Stand unzutreffend“, argumentierte der künftige Bauamtsleiter Joseph Wodak. Darüber lägen keine Erkenntnisse vor. Erfahrungen aus Starnberg, wo er ein ähnliches Projekt begleitet habe, hätten gezeigt, dass beispielsweise Vollsortimenter und Discounter gut nebeneinander harmonierten, „weil sie sich gegenseitig Kunden zuschieben“, erläuterte Wodak.

„Aber das kleine Geschäft wird verdrängt“, widersprach Grünen-Gemeinderat Hans Urban. Seine Fraktion stimmte in diesem Punkt (sowie in Fragen zur Grundfläche des Projekts) gegen den Entwurf der Verwaltung. Im nächsten Schritt wird dieser „redaktionell überarbeitet“, so Sappl. Die Ergebnisse werden in einer weiteren öffentlichen Auslegung der Bevölkerung zur Einsicht präsentiert.

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