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Dörte-Sambraus-Preis 2020 geht an Michael Horn und Manfred Müller

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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(v. li.) Catherine Kemeny, Gesellschafterin der Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe, Jenny Spohr in Vertretung von Manfred Müller, Andreas Becker, ehemaliger Lehrling und heutiger Geselle bei Preisträger Michael Horn.
Preisverleihung: (v. li.) Catherine Kemeny, Gesellschafterin der Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe, Jenny Spohr in Vertretung von Manfred Müller, Andreas Becker, ehemaliger Lehrling und heutiger Geselle bei Preisträger Michael Horn. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Mit Verzögerung ist der Dörte-Sambraus-Preis 2020 verliehen worden. Er geht an zwei Handwerksbetriebe mit besonderer Beziehung zum Inselhaus.

Eurasburg/Bad Tölz-Wolfratshausen – Auf diese Übergabe hatten Michael Horn, Inhaber der gleichnamigen Schreinerei in Pullach, und Manfred Müller, Inhaber eines Betriebes für Sicht- und Sonnenschutz in Königsdorf, lange warten müssen. Bereits im vergangenen Jahr waren die beiden als Preisträger des Dörte-Sambraus-Preises der Alexander-Brochier-Stiftung ausgewählt worden, jedoch musste die Verleihung wegen der Pandemie ausfallen.

„Jetzt holen wir das in verkleinertem Rahmen nach“, begrüßte die Geschäftsführerin der Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe (IKJH), Angelika Schmidbauer, das knappe Dutzend Gäste. „Der Anlass ist nicht weniger würdig – wir wollen Menschen danken, die sich auf besondere Weise für unsere Jugendlichen engagiert haben.“

Erstmals seit der ersten Preisträgerin 1996 gab es zwei zu Ehrende. „Beides sind Handwerksbetriebe, die uns in der gleichen Weise verbunden sind“, sagte Catherine Kemeny, Tochter von Dörte Sambraus und Gesellschafterin der IKJH. Der Kontakt zu Michael Horn wurde über eine Mitarbeiterin, die ihn privat besuchte, hergestellt. „Begleitet wurde sie von einem Jugendlichem – unserem Andi Becker.“ 2014 absolvierte der junge Mann ein zehnwöchiges Praktikum bei dem Schreinermeister, und „wollte eigentlich gar nicht mehr gehen“, so Horn. Die Folge: Becker begann 2015 bei ihm eine Ausbildung zum Holzarbeiter und arbeitet noch heute als Geselle in der Schreinerei.

Manfred Müller, der zur Preisverleihung nicht kommen konnte, machte extra einen Ausbildungsschein, um Lehrlinge aufnehmen zu können. 2009 bewarb sich, ebenfalls nach einem Praktikum, eine junge Frau um einen Ausbildungsplatz als Rolladen- und Sonnenschutzmechatronikerin – Jenny Spohr, die jetzt in Vertretung ihres ehemaligen Lehrherrn den Preis entgegennahm. Auch sie blieb nach bestandener Prüfung noch lange im Betrieb. „Insgesamt zehn Jahre“, rechnete Kemeny vor.

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Preisträger Müller betonte in Vorgesprächen, dass ihm Schulnoten nicht absolut wichtig sind. „Viel mehr zählen Geschicklichkeit, Teamfähigkeit, Motivation und Flexibilität“, fasste die Gesellschafterin zusammen. Umgekehrt zeigt er als Lehrherr Verständnis. „Die Jugendlichen kommen aus der Schule, haben wenig Lebenserfahrung und werden dann in eine völlig andere Welt geworfen.“ Dass man als Ausbilder Toleranz gegenüber gemachten Fehlern zeigen muss, zeichne beide Preisträger aus. Und, so Kemeny: „Statt auf Fehler hinzuweisen, wird als Konsequenz daran gearbeitet, wie man generell die Fehlerquote gering halten kann – und das ist um einiges schwieriger.“

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