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Klein, aber wild: Der Habichtgraben ist in der Vergangenheit oft über die Ufer getreten und hat erheblichen Schaden angerichtet. Eine Geschiebesperre im Oberlauf, die alpinen Ansprüchen genügt, verhindert schon jetzt das Schlimmste.

Wildbach bei Lengenwies wird gezähmt

Wasserwirtschaftsamt startet Ausbau des Habichtgrabens im Juni

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Bei Starkregen kann der Habichtgraben für die Anwohner von Lengenwies zu einer Gefahr werden. Das will das Wasserwirtschaftsamt ändern. Im Juni startet Ausbauphase zwei. 

Schonendes Schneiden: In den Bäumen im Mündungsbereich von Habichtgraben und Loisach nisten Fledermäuse. Auf sie wurde große Rücksicht genommen. 

Eurasburg – Der Habichtgraben, der bei Lengenwies in die Loisach mündet, hat Anwohnern über Jahre schlaflose Nächte bereitet. Immer wieder trat er bei starkem Regen über die Ufer, die Keller liefen voll, zuletzt 2015. Dieses Problem wird das Wasserwirtschaftsamt Weilheim in den nächsten zwei Jahren endgültig beheben. Vor einiger Zeit wurde bereits im Oberlauf eine Geschiebesperre eingebaut, die verhinderte, dass mitgerissenes Geröll, Äste und anderes Material den Fluss verstopfte und das Wasser über die Ufer treten ließ. Wobei die Methode, die die Behörde anwandte, Schule gemacht hat: Eigentlich ist sie für alpines Gelände vorgesehen, viele Gäste aus dem Ausland wollten das mit eigenen Augen sehen. Jetzt, ab Juni, startet Phase zwei.

Wie die aussieht, beschreibt das Wasserwirtschaftsamt in einer Pressemitteilung. „Durch umfangreiche Ausbaumaßnahmen von der alten Bahnbrücke bis zur Mündung in die Loisach wird die Leistungsfähigkeit des Gewässers erhöht“, heißt es dort. Konkret bedeutet dies, dass in den kommenden Monaten der Habichtgraben „als leistungsfähiges Schussgerinne mit einem einheitlichen Querprofil und gestreckter Linienführung ausgebaut“ wird. Außerdem wird die ehemalige Isartalbahnbrücke abgebrochen und durch eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer ersetzt.

Ein solcher Eingriff in die Natur erfordert Ausgleichsmaßnahmen. Die eine dient dem Schutz der in Lengenwies heimischen und streng geschützten Fledermäuse. „Sechs Fledermauskästen wurden dazu bereits im Dezember vergangenen Jahres an Bäumen im Mündungsbereich des Habichtgrabens in die Loisach installiert“, teilt die Behörde mit. Außerdem begleitete eine Fledermausexpertin die Baumfällarbeiten, die im Februar notwendig wurden. Der Aufwand war beträchtlich: So wurden einzelne Baumhöhlen mit einem Endoskop auf die Anwesenheit von Fledermäusen untersucht und abgesägte Baumkronen mittels Seilzug sorgsam zu Boden gelassen, um den Schutz der seltenen Tiere sicherzustellen.

Ähnlich sorgsam geht man mit den Fischen um: Sie werden vor Beginn der Arbeiten im Gewässerbett vom Habichtgraben in einen vergleichbaren Bach an der Loisach umgesiedelt. Der örtliche Fischereiverein Königsdorf sammelt sie schonend und fachgerecht mit einer speziellen Lockmethode, dem sogenannten Elektrofischen, ein.

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Bürgermeister Moritz Sappl ist froh, dass es jetzt weitergeht. „Das ist sicher eine gute Nachricht für die Gemeinde und für die Bewohner von Lengenwies“, erklärt er. Die Arbeiten der Behörde im Oberlauf haben ihn bereits beeindruckt, etwa, als die die 60 Einzelsperren aus dem 19. Jahrhundert, die im Zusammenhang mit der Isartalbahn von Großhesselohe nach Kochel entstanden waren, durch eine einzige, große ersetzt wurden. „Da sind absolute Experten am Werk“, sagt Sappl. Dass die alte Brücke für die Isartalbahn durch eine neue für Fußgänger und Radfahrer ersetzt wird, war ein ausdrücklicher Wunsch der Gemeinde. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf etwa zwei Millionen Euro. Der Freistaat zahlt, wie beim Hochwasserschutz üblich, 70 Prozent, die Kommune 30 Prozent. Die Kosten für den Ersatz der Brücke trägt die Gemeinde, die insgesamt um die 500 000 Euro investiert. „Ich bin sicher, das Geld ist sehr gut angelegt“, meint Sappl.

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