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Während der Corona-Pandemie ist Zeit, mal den Keller aufzuräumen.

Erst das Schneechaos, dann Corona

WGV Quarzbichl: Ein Plus von 40 Prozent in einem Bereich

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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WGV-Chef Reiner Späth verzeichnet einen 40-prozentigen Zuwachs in einem Bereich. Welcher das ist, verrät uns der Geschäftsführer in einem Interview.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Auf den Wertstoffhöfen herrschte in den vergangenen Wochen reger Betrieb. Ist das Müllaufkommen während der Corona-Krise gewachsen? Das fragte Redakteurin Doris Schmid Reiner Späth. Er ist Chef des landkreiseigenen Abfallwirtschaftsunternehmens (AWU) und Geschäftsführer der WGV Quarzbichl in Eurasburg.

Herr Späth, während der Corona-Krise hatten die Leute viel Zeit ihre Keller zu entrümpeln. Haben Sie das gemerkt?

In einigen Bereichen haben wir im Vergleich zum Vorjahr deutliche Zuwächse. Beim Verpackungsmüll, der in der Gelben Tonne landet, gar nicht. Da liegen wir sogar leicht unter Vorjahresniveau.

Wo haben Sie Zuwächse festgestellt?

Die Restmüllmenge hat von Januar bis April um sechs Prozent zugenommen. Enorm ist der Anstieg bei Sperrmüll und gewerblichem Müll, hauptsächlich aus der Baubranche, der direkt hier entsorgt wird. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wow, 40 Prozent!

Ja, das ist deutlich. Doch diese Zahl ist eine Gemengelage aus zwei Faktoren. Sicher schlägt da zum einen die Corona-Krise durch. Aber im vergangenen Jahr hatten wir im Winter das Schneechaos. Da ist ja praktisch niemand mit dem Auto raus- und reingekommen. Deshalb ist die Corona-Krise nur eine Teilerklärung für mich.

Bringt Sie diese enorme Zunahme in Bedrängnis?

Diese 40 Prozent sind insgesamt eine riesige wirtschaftliche Belastung. Der beste Weg wäre einfach eine Reduzierung des Mülls, indem man versucht, Abfälle generell zu vermeiden und verpackungsarm einzukaufen.

Wie ist es um die Disziplin der Landkreisbürger in Corona-Zeiten bestellt? Werden Schutzmasken und Handschuhe korrekt entsorgt?

Zunächst einmal: Beides gehört in den Restmüll. Das klappt ganz gut, da gibt es keine Auffälligkeiten. Im Gegensatz zum Biomüll. Aber das ist schon länger ein leidiges Thema.

Sie meinen damit die Fremdstoffe, die Sie immer wieder im Biomüll finden?

Ja genau. Diese Störstoffe machen zwei bis drei Prozent aus. Es wird immer noch zu viel Biomüll in Plastiktüten entsorgt, auch in solchen, die als kompostierbar angepriesen werden. Aber auch die müssen bei uns von Hand aussortiert werden, weil wir beim Sortieren nicht zwischen kompostierbar und nicht kompostierbar unterscheiden können. Wer die Bioabfälle nicht einfach so in die Braune Tonne werfen will, sollte sie am besten in Papiertüten packen. Oder in Zeitungspapier, das geht natürlich auch.

nej

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