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Kreisversammlung

Eurasburger Landwirt will in den Landtag

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Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die Grünen haben Kandidaten für Land- und Bezirkstag gefunden. Hans Urban will als einer davon der AfD etwas entgegensetzen.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Die Grünen haben Kandidaten für die nächsten Wahlen gefunden: In den Landtag will der Eurasburger Hans Urban einziehen. Um einen Sitz im Bezirkstag bewirbt sich Thomas Wagner aus dem Kreis Garmisch-Partenkirchen. Die beiden wollen sich in der Aufstellungsversammlung am 29. November in Bad Heilbrunn der Wahl stellen.

Hans Urban Der Eurasburger will für den Landtag kandidieren.  

Aus seiner Motivation anzutreten machte Urban in der Kreisversammlung am Donnerstag keinen Hehl: „Die Entwicklungen der vergangenen Monate haben gezeigt, dass man der AfD etwas entgegensetzen muss“, sagte Urban. Seiner Meinung nach sollten alle demokratisch legitimierten Parteien Kandidaten finden, „die der AfD den Kampf ansagen“. Abgesehen davon sei die Agrarpolitik sein großes Thema. Er will aufzeigen, wie Klima- und Naturschutz in der Landwirtschaft funktionieren können, ohne dass man dafür Betriebe und ganze Strukturen niederreißen muss. Der 40-Jährige ist vom Fach: Seit 1998 betreibt der Landwirt einen Bauernmarkt, zudem besitzt er eine Biogasanlage. In diesem Zusammenhang kritisierte er die Änderungen am „an sich guten“ Erneuerbare-Energien-Gesetz: „Es ist so verunstaltet worden, dass es keinerlei Wirkung mehr hat. Erst haben die Konzerne die Chancen übersehen, und dann haben sie es mit Lobby-Arbeit geschafft, das Gesetz auszuhebeln.“

Ringer: „Was der Freistaat macht, geht Richtung Gettoisierung.“

Bezirkstagskandidat Thomas Wagner stellte sich in der Kreisversammlung noch nicht der Öffentlichkeit vor. Der Historiker stammt aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen und ist zuständig für die Gedenkstätte KZ Dachau. Als sein Kernthema gilt der Rechtsradikalismus.

Dritter Landrat Klaus Koch gab einen Überblick über die Arbeit im Kreistag. Er forderte, dass auf Landkreisebene eine Ansprechstelle für die Helferkreise geschaffen wird, „denn die Helfer nehmen dem Staat unwahrscheinlich viel Arbeit ab“. Der Geretsrieder Grünen-Stadtrat Dr. Detlev Ringer kritisierte dabei die Regierung von Oberbayern, die ganz auf zentrale Unterkünfte für Asylbewerber setzt: „Was der Freistaat macht, geht Richtung Gettoisierung. Wenn das so weitergeht, können wir das Thema Integration vergessen.“

Freude über das Ergebnis der Bundestagswahl

Auch Vorstandssprecherin Barbara Schwendner hält die Zentralisierung für einen Fehler und blickte ein paar Monate zurück: „Der Landkreis war auf so einem guten Weg, alle Gemeinden haben sich an der dezentralen Unterbringung beteiligt. Aber dann kam die Anordnung der Staatsregierung, die die Integration gegen die Wand fährt. Fürchterlich.“ Koch verwies auf einen weiteren Nachteil. Es sei vergleichsweise einfach, Helfer für Asylbewerber in der Nachbarschaft zu finden. „Aber wer geht schon in ein Haus mit 150 Personen? So gehen uns Helfer verloren.“

In der Versammlung blickten die Grünen auch auf die Bundestagswahl zurück. „Das Ergebnis hat mich ziemlich gefreut“, sagte Sprecher Alexander Müllejans. Abgesehen von Bichl hätten die Grünen in allen Landkreis-Gemeinden mehr Stimmen bekommen als zuletzt. Die Mitgliederzahl sei auf 89 gewachsen – was sich auch auf die Ortsverbände auswirkt. So denken die Grünen darüber nach, den Ickinger Ortsverband wiederzubeleben.

Ausführlich diskutiert wurde Dr.Hans Schmidts Vorschlag, die Öffentlichkeitsarbeit zu professionalisieren. Der Wolfratshauser schlug vor, im Hinblick auf die anstehenden Wahlen einen Minijobber zu engagieren. „Du machst wohlfeile Vorschläge, aber da ist wenig Substanz dahinter“, meinte sein Geretsrieder Stadtratskollege Ringer. Es sei fraglich, ob man für 450 Euro im Monat jemand finde, der den Kreisverband in Sachen Öffentlichkeitsarbeit entscheidend voranbringe. Letztlich stimmten vier anwesende Mitglieder für eine neue Stelle und sieben dagegen. Elf Mitglieder enthielten sich der Stimme.

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