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Lärmquelle vor der Haustür: Die A 95 führt nah am Ortsteil Haidach vorbei.

Gemeinderat sagt Unterstützung zu

Haidach: Eine Lärmschutzwand soll her

Wenn im Sommer ein leichter Ostwind weht, vergeht den Bürgern im Eurasburger Ortsteil Haidach die Lust auf Sonne und Leben im Freien. 

Eurasburg –  „Es herrscht hier generell ein hoher Geräuschpegel. Aber der Ostwind treibt den Lärm von der Autobahn erst richtig zu uns herüber“, sagt Birgit Trischberger. „Wenn dann noch die Motorradfahrer richtig aufdrehen, musst du bei der Gartenarbeit direkt innehalten. Das ist echt unangenehm.“ Deshalb fordert die Eurasburgerin, dass endlich an der A 95 auf Höhe der Ortschaft ein Lärmschutzwall errichtet wird. Dafür zuständig ist die Autobahndirektion Süd.

Alle Haidacher sind dafür

Zur jüngsten Eurasburger Gemeinderatssitzung legte die engagierte Haidacherin den Gemeindevertretern einen entsprechenden Antrag vor, mit der Bitte, die Maßnahme zu unterstützen. Beigefügt hatte sie eine Liste mit den Unterschriften aller 54 Einwohner des Ortsteils.

Erster Vorstoß schon vor zehn Jahren

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Haidacher hilfesuchend an die Gemeinde wenden. Den ersten Vorstoß hatte vor rund 20 Jahren der inzwischen verstorbene Vater der Initiatorin gewagt. Im Frühjahr 2007 übergab Tochter Birgit dem damaligen Bürgermeister Michael Bromberger dann eine erste Unterschriftenliste. Es war seinerzeit bereits der dritte Versuch, bei der für den Bau eines Lärmschutzwalles zuständigen Autobahndirektion Gehör und Verständnis zu finden. „Es ist damals leider nichts passiert, die Lärmmessungen sind im Sande verlaufen“, sagt Trischberger im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es hieß, es war nicht laut genug. Aber vermutlich stand nur der Wind günstig, als gemessen wurde.“

A 95: für für Schnellfahrer eine „Rennstrecke“

Inzwischen sei auf der bei Schnellfahrern beliebten „Rennstrecke“ (wie die A 95 Richtung Garmisch in einschlägigen Internetforen dargestellt wird) das Verkehrsaufkommen noch mal deutlich und hörbar mehr geworden. „Es muss wirklich was passieren. Ständig dieser Lärm macht auf Dauer krank. Der Lärmschutzwall ist uns sehr, sehr wichtig“, bekräftigt Trischberger. Wenn sie über die Landesgrenze schaut, wird sie ein wenig neidisch. „Wenn man durch unser Nachbarland Österreich fährt, sind überall Lärmschutzvorrichtungen, um die Anwohner zu schützen. Warum ist das bei uns nicht so?“, fragt sie.

Steter Tropfen höhlt den Stein

„Das kann man nur unterstützen“, befürwortete Bürgermeister Moritz Sappl den erneuten Antrag. Ähnlich sahen es die anwesenden Ratsmitglieder. „Steter Tropfen höhlt den Stein: Wir sollten als Gemeinde unser Zutun leisten. Der Wall wäre wünschenswert“, so Zweiter Bürgermeister Roland Grünwald. Weil die Zahl der Fahrzeuge deutlich gestiegen sei und die Autobahn vermutlich viel mehr befahren werde als noch vor zehn Jahren, „wäre eine neue Messung sinnvoll“, sagte Peter Furtner. Michael Wohlfarter regte an, die Unterschriftenliste um die Einwohner von Berg zu ergänzen. Denn die sind durch die höhere Lage am Hang von dem Lärmschweif, der von der A95 übers Land weht, ebenso betroffen. Einsammeln wolle er die Unterschriften gerne selber, so Wohlfarter.

Mit 14:0 stimmte der Gemeinderat dafür, zu unterstützen, dass das Anliegen Gehör findet. „Wir geben den Antrag weiter und weisen auf die Notwenigkeit eines Lärmschutzwalls hin“, versprach Bürgermeister Sappl.

Von Rudi Stallein

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