Ärger mit der Telekom

Gemeinderat wehrt sich gegen weitere Funkmasten

Zwei Funkmasten sind genug, findet der Eurasburger Gemeinderat. In seiner Sitzung sprach er sich gegen die Errichtung weiterer Mobilfunkanlagen an der Autobahn aus.

Eurasburg – Die Telekom erwägt, an der Garmischer Autobahn (A 95) im Gemeindebereich von Eurasburg zwei weitere Mobilfunkanlagen zu installieren. Der Gemeinderat ist davon nicht begeistert.

„Wir sind die einzige Gemeinde mit vier Masten“, ereiferte sich Peter Goepfert, als die Mitteilung des Mobilfunkanbieters in der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Stellungnahme auf den Tisch kam. „Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum noch zwei gebraucht werden. Und ich sehe da auch kein Funkloch.“

Für eine Mobilfunkanlage ist der Bereich Impleiten vorgesehen, für die andere ein Standort am Schellenberger Moor. Wie hoch die beiden Sendemasten werden sollen, ist der Gemeinde nicht mitgeteilt worden. Die zwei bestehenden Anlagen ragen in den Eurasburger Ortsteilen Oberhof und Faistenberg in den Himmel – so gewaltig, dass Gemeinderat Goepfert sie meist gut im Blick hat. „Ich sehe zwei Funkmasten von zu Hause aus. Warum noch ein dritter? Ich werde nicht dafür stimmen“, sagte Goepfert.

„Wir werden nicht viel ausrichten“

Günther Eidenschink machte den Ratsmitgliedern wenig Hoffnung, mit einem Widerspruch erfolgreich zu sein. „Die Chancen, da etwas zu verhindern sind gering. Wir werden nicht viel ausrichten“, erklärte der Geschäftsleiter. „Irgendeine Aussage müssen wir aber treffen“, meinte Bürgermeister Moritz Sappl. Schließlich ist den Kommunen im bayerischen Mobilfunkpakt die Möglichkeit eingeräumt worden, bei der Standortsuche ein Wörtchen mitzureden. Aber nur insofern, als dass sie sich zu den Vorschlägen äußern können.

Wenigstens das fordert Ralf Reichenberg im vorliegenden Fall mit Nachdruck zu tun. „Ich würde mich schon auf die Hinterbeine stellen und mich dagegen wehren“, so der Dritte Bürgermeister. Klaus Koch pflichtete ihm bei: „Wir können zumindest sagen: Uns passt diese Suche nicht.“ Deshalb erteilten die anwesenden Gemeinderäte Bürgermeister und Verwaltung den Auftrag, die Telekom „darauf hinzuweisen, dass schon zwei Funkmasten stehen und die als ausreichend erachtet werden“. Zumal, wenn diese – so der Vorschlag des Gremiums – bei Bedarf entsprechend aufgestockt würden. rst

Rubriklistenbild: © dpa

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