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Überalterung ist kein Thema: In Eurasburg und Beuerberg gibt es genügend junge Blasmusiker, die einmal in die Fußstapfen der älteren Vereinsmitglieder treten können.

Gemeinsame Jugendblaskapelle

Von Nachwuchssorgen keine Spur

Viele Vereine plagen sich heutzutage mit Nachwuchssorgen. Ein wenig anders ist das derzeit bei den Blaskapellen Eurasburg und Beuerberg: Seit Beginn des aktuellen Schuljahres stellen die beiden Kapellen wieder eine gemeinschaftliche Jugendkapelle. „

Eurasburg - Vielleicht war es einfach Glück“, sagt Simon Zehentbauer, Dirigent der Musikkapelle Beuerberg und Leiter der neuen Jugendkapelle. Nach einem Tag der offenen Tür in Beuerberg entschlossen sich acht Schüler dazu, ein Instrument zu lernen. „Alle Vereine haben das Problem, Nachwuchs zu finden. Wir haben einfach mal was gemacht – und hatten damit Erfolg“, so Zehentbauer.

Derzeit umfasst die Jugendkapelle zwölf Mädchen und fünf Buben zwischen neun und 16 Jahren. Geprobt wird einmal in der Woche eine Dreiviertelstunde im Probenraum der Musikkapelle Beuerberg. „Die Kinder sollen sehr viel Spaß haben und das Zusammenspiel lernen. Das ist nämlich viel schwieriger, als alleine zu spielen“, umreißt der Dirigent die Ziele.

Über ihren ersten Applaus freuten sich die Nachwuchsmusiker Mitte November beim Martins-Umzug des Kindergartens Beuerberg. Der nächste Auftritt steht beim Osterkonzert der Blaskapelle Eurasburg am 16. April im Kalender. Weitere Auftritte sind beim Loisachfest im Juli in Eurasburg und einen Monat später beim Sommerkonzert der Musikkapelle Beuerberg geplant.

Der Eurasburger Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die Nachwuchsarbeit der Blaskapellen finanziell zu unterstützen. „Es wird immer schwerer, junge Leute zu begeistern“, warb Ratsmitglied Michael Wohlfarter, der selbst in der Blaskapelle Eurasburg ins Flügelhorn bläst. Er habe die Hoffnung, dass man nun mit einer größeren Jugendgruppe mehr Auftritte habe und die jungen Leute so auf lange Sicht im Verein halten könne. „Das unterstützen wir selbstverständlich. Die machen gute Jugendarbeit. Da brauchen wir nicht drüber reden“, sagte Dritter Bürgermeister Ralf Reichenberg zum Antrag der Musikkapellen.

Geredet wurde dann doch, denn im eingereichten Finanzplan für 2017 addierten sich die Ausgaben, die unter anderem für Noten, Aufwandsentschädigungen für Dirigenten, Ausflüge und Sommerfest fällig werden, auf 1650 Euro. Das will man nicht komplett übernehmen, zumal die Gemeinde laut Kämmerer Markus Gerold die Jugendarbeit der Musikvereine bereits mit 50 Euro für jedes aktive Mitglied unter 18 Jahren bezuschusst. Schließlich einigte man sich einstimmig darauf, ähnlich wie beim Familienpatenprojekt für zunächst zwei Jahre jeweils eine fixe Summe – 750 Euro – für die Jugendkapelle zur Verfügung zu stellen. Zudem beschloss der Gemeinderat, auch die von Alfred Menzinger, Dirigent der Bläserkapelle Eurasburg, vor drei Jahren ins Leben gerufenen „Bläserklassen“ am Gymnasium Geretsried finanziell zu unterstützen.

„Das ist sicher eine gute Sache, die Finanzierung ist aber eigentlich Pflichtaufgabe des Landkreises“, wandte Hubert Zwick ein. Letztlich stimmte er jedoch wie zwölf weitere Gemeinderäte dem Vorschlag des Kämmerers zu, pro Eurasburger Schüler in einer der Bläserklassen einmalig 50 Euro zu zahlen. Für dieses Jahr wurden 450 Euro bewilligt.

Die Jugendkapelle habe sich zwar eher zufällig ergeben, sei aber für die Schüler seiner Bläserklassen eine feine Sache, sagte Alfred Menzinger unserer Zeitung. „Es ist ideal, dass die Schüler auf diese Weise außerhalb der Schule weiter Musik machen können“, so der Dirigent, der vertretungsweise auch bei der Jugendkapelle einspringt. Derzeit sei nur ein Schüler in beiden Gruppen aktiv. „Aber die nächsten stehen schon an“, sagt Menzinger. Das ist ganz im Sinne von Simon Zehentbauer. Der weiß: „Im Augenblick ist es gut so, aber wir müssen am Ball bleiben. Wir brauchen weiter Nachwuchs.“

rs

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