Antrag an Gemeinderat

So wollen Eurasburgs Grüne das Insektensterben stoppen

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Die Eurasburger Grünen setzen sich gegen das Insektensterben ein. Sie haben einen Antrag formuliert, wie die Gemeinde in Zukunft handeln soll. Zwei Dinge sind ihnen besonders wichtig.

Eurasburg – Stell dir vor, es ist Frühling und keiner hört’s. Weil es keine Vögel mehr gibt, deren Gezwitscher in der Früh Lust auf den Tag machen. Dieser sogenannte stumme Frühling könnte schon in wenigen Jahren drohen, wenn das Insektensterben weiter voranschreitet, befürchten die Eurasburger Grünen. Deshalb haben sie an den Gemeinderat einen Antrag formuliert, die Kommune möge mehr Blühflächen schaffen und Insektengifte verbieten.

Ausschlaggebend war laut Hans Urban eine Anfrage in der Frageviertelstunde der Januar-Sitzung: Eine Bürgerin hatte die ihrer Meinung nach unnötige „massive Abholzung“ an einem Abschnitt des Radwegs von Beuerberg nach Penzberg kritisiert. „Das mag aus der Perspektive der Verkehrssicherheit berechtigt sein, aber dort sind auch ganze Hecken beseitigt worden“, moniert Urban. „Solche Hecken bedeuten aber Lebensraum für Vögel.“ Deshalb habe er schon im Januar angeregt, man möge naturschutzfachlichen Rat einholen, um dafür eine Lösung zu finden. „Wir wollen erreichen, dass wir Regeln aufstellen, wie wir uns als Gemeinde verhalten wollen“, sagt der Grünen-Politiker. Im selben Atemzug beteuert er: „Das ist keine Kritik am Bauhof. Wir haben einen engagierten Bauhof, der seine Sache sehr gut macht.“

Der Bauhof soll sich stärker in die Begrünung einmischen

Wenn es nach den Grünen geht, sollen sich die Bauhof-Mitarbeiter künftig verstärkt in die Begrünung der Gemeinde einmischen. Darauf zielen einige Punkte des Antrags „Artenvielfalt erhöhen – Insektensterben stoppen“ ab. So sollen „innerörtliche kommunale Grünflächen, wo es fachlich sinnvoll ist, durch Ansaat oder Initialpflanzung mit ein- oder mehrjährigen standortheimischen Blühpflanzen versehen werden“. Gemäht werden soll zudem „zu einem Zeitpunkt, der eine dauerhafte Erhaltung auch ohne Neuansaat“ ermögliche. „Kommunale Wegseitenränder an Feld- und Wirtschaftswegen sowie an Radwegen“ sollen mit feldheckentypischen Gehölzen bepflanzt werden. Abgerundet wird der Antrag mit der Forderung nach einem „Verbot des Einsatzes von Totalherbiziden wie Glyphosat und von Neonikotinoiden“ auf landwirtschaftlichen Nutzflächen, die der Kommune gehören. Diese sollten zudem „prioritär an ökologisch oder auf andere Weise besonders naturnah wirtschaftende Betriebe“ verpachtet werden.

Der Rückgang fast aller Insektenarten, davon seien auch die heimischen Bienen betroffen, habe nicht nur ökologische, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen in der Landwirtschaft, begründen die Grünen ihren Antrag. Außerdem sei der drastische Rückgang vieler Insektenarten ursächlich für eine ebenfalls stark zurückgehende Vogelpopulation. Eile sei also geboten, so Urban. Sonst könne das Szenario vom „stummen Frühling“ womöglich schon bald Wirklichkeit werden. 

Rubriklistenbild: © dpa / Michael Reichel

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