Der alte und neue Eurasburger Bürgermeister Moritz Sappl und seiner Herausforderin Carola Belloni nach dem bekanntwerden des Ergebnisses.

Kommunalwahl 2020

Grüne und GWV sind in Eurasburg die Gewinner

  • vonRudi Stallein
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Die Gemeinsame Wählervereinigung (GWV) von Bürgermeister Moritz Sappl und das Bündnis 90/Die Grünen um Herausforderin Carola Belloni sind die Gewinner der Gemeinderatswahl in Eurasburg. Sie holen jeweils einen Platz hinzu und sind nun beide mit vier Sitzen im Gemeinderat vertreten.

Eurasburg – Amtsinhaber Sappl von seinem Stuhl zu stoßen, ist der Grünen-Newcomerin Carola Belloni nicht gelungen. Für ihre Partei hat sich der Einsatz trotzdem gelohnt. Wie schon bei der Kommunalwahl vor sechs Jahren, gewannen die Grünen in Eurasburg erneut einen weiteren Sitz im Gemeinderat, wo sie nun mit vier Stimmen vertreten sind.

Carola BelloniGrüne

Der Shooting-Star der diesjährigen Wahl ist jedoch nicht Moritz Sappls Herausforderin, sondern Jakob Koch. Der 21-Jährige, Sohn von Grünen-Urgestein und Landratskandidat Klaus Koch vereinte 873 der 7746 Stimmen (ein Plus von 1276), die die 16 Kandidaten auf der Grünen-Liste insgesamt einfuhren, auf sich. Carola Belloni zog mit 756 Stimmen ebenfalls erstmals in den Eurasburger Gemeinderat ein, für den Petra Epp nicht mehr kandidierte. Komplettiert wird das grüne Quintett von Klaus Koch, der von Listenplatz 14 an die zweite Stelle vorrückte, sowie dem Landtagsabgeordneten Hans Urban.

Jakob KochGrüne

Die Gemeinsame Wählervereinigung, die wie bisher den Bürgermeister stellt, erkämpfte sich den bei der Wahl 2014 eingebüßten Platz zurück und stellt nun ebenfalls wieder vier Gemeinderäte. Mit einem Plus von 1881 auf insgesamt 8509 Stimmen verzeichnete die GWV den stärksten Zuwachs. Neben Josef Demmel und Marcus Fichtner ziehen erstmals Patrick Ullrich und Tobias Bergmann in das Gremium ein, aus dem Bernhard Bromberger auf eigenen Wunsch ausgeschieden war. Der Jugendbeauftragte hatte sich aus zeitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl gestellt.

Patrick UllrichGemeinsame Wählervereinigung
Markus SannerCSU

Einen Platz verloren hat die CSU, die nur mit sechs KandidatInnen zur Wahl angetreten war. Die bisherigen Gemeinderäte Stefan Bauer und Peter Furtner hatten auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Auf die Christsozialen entfielen gegenüber der letzten Wahl insgesamt nur noch 3739 Stimmen, 1105 weniger als im Jahr 2014. Das ärgert Stephanie Deimhard vermutlich am meisten. Die Juristin errang zwar 626 Stimmen (und damit deutlich mehr als einige andere gewählte Räte), für einen Platz im Gremium reichte es wegen der geschrumpften Gesamtstimmenzahl jedoch nicht. CSU-Spitzenkandidatin Maria Urban hat ihre Position in Partei und Gemeinderat mit 1120 Stimmen (mehr entfielen nur auf Moritz Sappl, nämlich 1575) eindrucksvoll behauptet. Neben der Landwirtin nimmt künftig Diplomverwaltungswirt Markus Sanner Platz, der sein Debüt im Gemeinderat gibt.

Noch gravierender sind die Einbußen für die Eurasburger Liste (EL). Nach der letzten Wahl drittstärkste Kraft, musste sich die Vereinigung um den bisherigen Zweiten Bürgermeister Roland Grünwald dieses Mal mit insgesamt 4444 Stimmen begnügen, 2006 weniger als vor sechs Jahren. Das bedeutet ebenfalls den Verlust eines Sitzes, den Michael Wohlfahrter, der nicht mehr zur Wahl angetreten war, freigemacht hatte. Die EL wird in der kommenden Legislaturperiode durch Grünwald und Hans Steigenberger vertreten. Die verbleibenden Plätze werden von bewährten Kommunalpolitikern besetzt.

Die Freie Wählerschaft Achmühle, die mit 4300 Stimmen ihr letztes Ergebnis um sechs Stimmen verbesserte, ist vertreten durch Hubert Zwick, der auf der Liste am Ende mit 582 Stimmen vor Ralf Reichenberg (547 Stimmen) die Spitzenposition besetzte. Robert Kramer, der seinerzeit bei der wegen eines Formfehlers wiederholten Aufstellungsversammlung die Liste anführte, musste sich mit 484 Stimmen nun wieder hinter den alten Recken einreihen.

Tobias BergmannGemeinsame Wählervereinigung

Bei der Herrnhauser Liste ist Alexander Sebald mit dem Bemühen, dem Nachwuchs den Vortritt zu lassen, gescheitert. Stattdessen wurde er selbst mit deutlichem Vorsprung (586 Stimmen) wieder in den Gemeinderat gewählt. Dort startet Peter Goepfert am 5. Mai, wenn sich der neue Gemeinderat zum ersten Mal trifft, in seine mittlerweile sechste (!) Amtszeit.

Die drei Kandidaten der Alternative für Deutschland (AfD) errangen 990 der insgesamt 34 555 abgegebenen gültigen Stimmen in Eurasburg, für einen Platz im Gemeinderat reichte das jedoch nicht.

rs

Lesen Sie auch: Kommunalwahl 2020: Moritz Sappl bleibt Rathauschef in Eurasburg

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