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Immer Ärger mit dem Müll

Überquellende Wertstoffinseln: Unmut in Achmühle

Eurasburg – Immer Ärger mit dem Müll: In Achmühle wird beklagt, dass die Wertstoffinseln überquellen.

Nach weit über zwei Stunden riss Altbürgermeister Michael Bromberger der Geduldsfaden. „Jetzt reicht es. Wir sollten Schluss machen und gehen“, sagte er vernehmlich. Ihn und einige andere hatte Ex-Gemeinderat Franz Epp mit seinen Fragen und seiner Kritik zur Gemeindepolitik strapaziert. Bürgermeister Moritz Sappl hatte ein Einsehen und schloss mit Blick auf die Uhr die Versammlung – worauf die etwa 60 Zuhörer fast fluchtartig den Saal im Bürgerhaus Achmühle verließen.

In seinem Rechenschaftsbericht zeichnete Sappl das Bild einer Gemeinde, die gut dasteht. Der gerade einstimmig verabschiedete Haushalt sei solide. Schulden müssten keine gemacht werden, um die für heuer geplanten Investitionen von etwa zwei Millionen Euro zu tätigen. „Seit 2007 sind wir schuldenfrei“, so Sappl. Die Herausforderungen für dieses Jahr und die nahe Zukunft sei der Breitbandausbau, der bis zum Ende des Jahres starten und 2017 abgeschlossen werden soll.

Positiv sieht Sappl die Siutuation in Punkto Flüchtlinge. „Derzeit gibt es keine neuen Zuweisungen“, sagte er. Im Herbst soll der Umbau des Josephstrakts im Kloster Beuerberg abgeschlossen sein. Dort werden 75 Unterkunftsplätze geschaffen. „Damit können wir in der Gemeinde 189 Plätze anbieten, zwölf mehr, als derzeit verlangt werden“, so Sappl. Der Radlweg nach Baierlach steht weiter auf der Agenda. „Das wird etwa eine Million Euro kosten.“ Trotz der möglichen Zuschüsse müsse die Gemeinde 500 000 Euro tragen. Das funktioniere nur bei guter Haushaltslage.

Außerdem regte Sappl eine Klausur an für viele wichtige Themen, die der Gemeinderat diskutieren sollte. Konkret nannte er die Zusammenlegung der beiden Schulhäuser wohl im Jahr 2019, das neue Sportzentrum mit einem Kunstrasenplatz und einer neuen Sporthalle sowie den sozialen Wohnungsbau, den die Kommune in Angriff nehmen möchte. „Das sind alles keine kleinen Projekte. Aber wir müssen auch die Haushaltsmittel zusammenhalten und effektiv einsetzen. Da müssen wir Prioritäten setzen“, so Sappl.

In der Diskussion zeigte sich, dass sich die Bürger längere Öffnungszeiten am Wertstoffhof wünschen. „Wenn der geschlossen ist, quillt bei uns in Achmühle die Wertstoffinsel über und wird zum Schandfleck. Sogar nachts kommen die Leute und lagern ihren Müll ab“, merkte Helmut Steinberger an. Ärgerlich sei auch, dass viele Autofahrer mit Münchner oder Weilheimer Kennzeichen kämen.

Das Problem sei bekannt und ein Dauerthema in nahezu jeder Gemeinde, meinte der Bürgermeister. „Anzeigen gegen Unbekannt laufen ins Leere“, sagte er und räumte ganz offen ein: „Ich habe auch kein Patentrezept. Öffnen wir den Wertstoffhof länger, muss das auch bezahlt werden.“ Außerdem gebe es Eurasburger mit Dienstwagen und fremden Kennzeichen. „Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich hatte in meinem Berufsleben mal einen Dienstwagen mit Göppinger Kennzeichen und wurde immer angesprochen und schief angeschaut, wenn ich zum Wertstoffhof kam“, verriet er. Klaus Koch, der auch in seiner Eigenschaft als Dritter Landrat anwesend war, appllierte an die Vernunft: „Nichts entsorgen, wenn die Container voll sind. Am Gescheitesten ist es, möglichst wenig in Verpackungen zu kaufen.“

Franz Epp beklagte unter anderem, dass im Zuge der Baumaßnahmen am Moosweg die vom Arbeitskreis Natur vor Jahren gepflanzten Hecken und Sträucher zerstört worden seien. Sappl erklärte, dass dies notwendig gewesen sei, sonst hätte dort nicht gebaut werden können. „Aber wenn etwas verändert wird, entsteht auch wieder etwas an anderer Stelle“, so Sappl.

Zur Sprache brachte Epp einmal mehr den mit 140 000 Euro Mehrkosten hergestellten Buswendeplatz in Eurasburg. Das Vorhaben sei durch die Entsorgung von kontaminiertem Bodenaushub teurer geworden als gedacht. Epp warf er den Planern Versagen vor. „Das hätte man durch Bodenproben und ein Gutachten vorher wissen können“, sagte er. Das stimme zwar, räumte Sappl ein. Unterr dem Strich mache es jedoch keinen Unterschied. Den Boden hätte man nämlich in jedem Fall austausche müssen. Und das Gutachten hätte noch zusätzlich Geld gekostet.

von Siggi Niedergesäß

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