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Autobomben-Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara.

Nah an der Detonation

Beuerberger Maxi Furchner erlebte Anschlag in Ankara

Beuerberg/Ankara – Der Bombenanschlag in Ankara kostete am Mittwochabend 28 Menschen das Leben. In der türkischen Hauptstadt befindet sich derzeit auch der Beuerberger Maximilian Furchner (20). Wir haben mit ihm gesprochen.

Maximilian Furchner (20) besucht seinen in der Türkei lebenden Vater. Unser Mitarbeiter Dominik Stallein sprach mit ihm über das Attentat, die Stimmung in der Bevölkerung und Vorsichtsmaßnahmen.

Herr Furchner, wie haben Sie den Anschlag erlebt?

Maximilian Furchner besucht zur Zeit seinen Vater in Ankara.

Hautnah dabei war ich zum Glück nicht. Während des Attentats war ich in der Wohnung meines Vaters. Die befindet sich etwa fünf Autominuten zu dem Regierungsviertel entfernt, wo die Bombe explodiert ist. Kurz nach der Detonation haben wir über einen Anruf von dem Anschlag erfahren. Der Bekannte meines Vaters, der uns Bescheid gesagt hat, war tatsächlich in Hörweite der Bombe. Was wir jedoch mitbekommen haben, war ein bissiger, verbrannter Geruch, der sich hartnäckig in der Luft gehalten hat. Außerdem war eine riesige, dunkle Rauchsäule zu sehen. Das erschreckt einen natürlich. Das sind Bilder, die man sonst nur im Fernsehen sieht.

Wie war und ist die Stimmung in der Bevölkerung?

Ich habe das Gefühl, dass die meisten Bewohner sehr verängstigt sind. Wir sind am Abend, einige Stunden nach dem Attentat, noch in ein Lokal in Ankara gegangen. Ich habe gehört, dass das sonst brechend voll ist - am Mittwoch hingegen war kaum ein Tisch besetzt. Auch auf dem Weg dorthin war bemerkbar, das eine andere Stimmung herrschte, als sonst. An Kreuzungen, die sonst chaotisch überfüllt sind, stand kein Auto. Die Straßen und Fußwege waren leer gefegt.
 
Hat Ihre Familie Vorsichtsmaßnahmen ergriffen? Gibt es offizielle Verhaltensregeln?
Nein, das tun wir ganz bewusst nicht. Wir wollen uns von diesen Terroristen nicht den Alltag vorschreiben lassen. Zum Beispiel haben wir geplant, in dieser Woche noch ein großes Einkaufszentrum zu besuchen. Auf dem Weg dorthin müssen wir das Viertel passieren, in dem die Anschläge statt gefunden haben. Diesen Ausflug wollen wir uns nicht nehmen lassen. Angst haben wir nicht.

dst

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